"Gigantisch toller Abend" auf der Schafferhof-Tenne - "Furchtbar Schee" begeistert das Publikum
Große Eier und alles schön

Gigantisch toll war der Abend mit "Furchtbar Schee". Der Name des Akustik-Trios war Programm auf der Schafferhof-Tenne. Die drei hervorragenden Musiker mischten das Publikum kräftig auf und nahmen die Gäste in einem vogelwilden Konzert der Extraklasse mit auf einen turbulenten Ritt durch die Welt der Akustikmusik.

Sebastian Kretz (Ukulele, Gitarre, Gesang), Andreas Januschke (Gitarre, Gesang) und Uli Groeben (Cajon, Percussion, Gesang) scheinen die Akustikmusik neu erfunden zu haben. So erfrischend, mit immer wieder überraschenden Arrangements und hoher handwerklicher Qualität hat man selten eine Band auf dem Schafferhof zu Werke gehen sehen.

Von Hardrock bis Jazz

Die Drei boten ein abwechslungsreiches Konzert und ein breites Spektrum verschiedener Musikrichtungen. Die reichten vom rockigen AC/DC-Hit "Highway to hell", mit einem Ukulele-Spezial, über eigene Herz-Schmerz-Titel, bis zu den funkigen Michael-Jackson-Hits "Thriller" und "Black or white". Dazu gesellte sich der jazzige "Balu der Bär" aus dem Dschungelbuch und das Kinderlied von den hustenden Regenwürmern. Es war immer wieder erstaunlich, wie man den elektronischen Sound der Originale durch raffinierte Arrangements mit Akustikinstrumenten neu umsetzen kann.

Jedem Stück drückten die Musiker den eigenen Stempel auf, folgten aber in den wichtigsten Passagen dem Original. Die Absolventen des "Music-College" Regensburg beherrschten ihre Instrumente meisterhaft. Eindrucksvoll zauberten sie durch diverse technische Tonverstärkungen eine satte, stimmige Soundkulisse. Auch gesanglich überzeugten Kretz und vor allem Groeben. A-Capella- und mehrstimmige waren sie perfekt aufeinander eingespielt, die Stimmen hervorragend geschult und facettenreich.

Als "Herz-Schmerz-Lieder" kündigte Kretz die eigenen Titel an, die auf der neuen CD veröffentlicht und voraussichtlich im März erscheinen werden. Aber auch "I leih' dir mei Herz" hatte es nach dem melodischen Teil in sich, und Groeben holte sich am Cajon heiße Finger. Aus der eigenen Feder stammte auch der Titel "Cojones grandes", was so viel wie große Eier bedeutet. Er war gewandet in einen heißen spanischen Rhythmus und erzählte von den Erlebnissen eines 15-Jährigen mit einer älteren Lolita.

"Furchtbar Schee" drehte immer mächtiger auf, das Publikum ging mit, die Frauen tanzten seitlich der Bühne ab und die Luft wurde immer heißer. Gut, dass es eine Pause gab, um sich mit Zoigl abzukühlen.

Sechs Hände - eine Gitarre

Doch auch der zweite Teil wurde nicht ruhiger. Der Umgang mit den Instrumenten sah so einfach aus, war es aber bestimmt in großen Teilen nicht. Flinke Finger bewies Januschke bei seinem Solo im "Zigarettencountry". Alle drei Akteure kamen gewaltig ins Schwitzen bei "six hands, one guitar", bei dem sie gemeinsam eine Gitarre bearbeiteten.

Immer wieder verstanden es "Furchtbar Schee", das begeistert mitgehende Publikum in ihre Songs einzubeziehen. Am Ende war es fast etwas schade, dass sie beim Schlusstitel "Skinny love" und der Zugabe "I see fire" gewaltig die Luft und Tempo rausließen. Alles in allem hinterließ das Trio mit seinem frischen Auftritt einen bleibenden Eindruck und begeisterte Zuhörer.
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