Gipfel im Christbaumständer

Max Allgeier aus Adertshausen und Nicole Ried aus Friebertsheim sind das neue Oberkirwapaar in Mendorferbuch.

Von wegen "Kirwa, lou niat naou" - in Mendorferbuch lautete das Motto heuer viel moderner: "Fifty shades of Bouch, dou kriagt koana gnouch". Tatsächlich war es so, auch wenn es die dumme Geschichte mit der Kirchweihbaumspitze gab (siehe Kasten rechts oben).

Vier Tage drehten die jungen Leute im Dorf das Kirwakarussell, das nach dem Schock mit dem abgebrochenen Gipfel am Sonntagnachmittag beim Baumaustanzen so richtig in Schwung kam. Max Allgeier aus Adertshausen und Nicole Ried aus Friebertsheim kristallierten sich dabei als neues Oberkirchweihpaar heraus. Sie übernahmen das Amt von Julia Hollweck und Simon Braun.

Kirwaritual waren auch heuer wieder das Einholen des Baums, das Schnitzen des Stamms und das Aufstellen im Hof von Wirts-Schore gewesen. Ebenso wenig fehlen durfte der traditionelle sonntägliche Kirchgang, den die jungen Leute genauso wie viele Gäste machten. Schließlich ist die Kirchweih nicht nur Magnet nach außen, sondern sorgt für den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft, aber auch der benachbarten Kirwagemeinschaften. Mit dabei waren zum Beispiel am Montag wieder die Kirwawanderer aus Schmidmühlen, die alle Jahre zu Fuß die umliegenden Feste ansteuern.

Futter für Schnoderhüpfln

20 Paare hatten heuer zu den Klängen der Bouchdna Kirwamuse, die mit der Gruppe Woidarawöll gleichzusetzen ist, den Baum ausgetanzt. Zu sehen waren beispielsweise der Etzlwanger, der Fensterltanz, die Sternpolka, ein rescher Dreher, das traditionelle Mühlradl und der spannende Austanzwalzer. Richtig eng war es im Wirtshof gewesen, denn mehrere Hundert Gäste wollten beim großen Spektakel dabei sein.

Besonders neugierig machte heuer erneut das Schnoderhüpflsingen, bei dem viele Geschichten aus dem Dorf breitgetreten und manchem Nachbarn in die Kirwasuppe gespuckt wurde. Da wurde zum Beispiel ein verdienter Allertshofener Bürger passend gewürdigt und die Fußballschuhe kamen nochmals aufs Autodach - für den Transport nach Amberg. Die Underberg-Geschichte landete auf dem Schnoderhüpfltablett, aber auch die ganz Sparsamen, also die "Kniggerten" aus einer Vereinsszene, bekamen ihr Fett ab. Das Mendorferbucher Naturradler wurde in Versform gepriesen und dem neuen "Heizungsgott" Referenz erwiesen. In Bouch kam der Hohenburger Kirwabär ein zweites Mal unter die Räder und den sonst immer hinterherlaufenden Pink Panthers wurde höchsten Lob für ihren Aufstieg in Roth gezollt. Der "stinkende Döner im Briefkasten" wurde gesanglich aufgewärmt und die Sponsoren der Kirwaleute bekamen großes Lob. Die Hohenburger hatten eine neue Baumspitz' in Schnoderhüpflversion mitgebracht und als besonderen Leckerbissen servierten sie Gras und Heu.

Gewinn zurückgegeben

Den Kirwabaum mitsamt abgebrochenem Gipfel hatte Ingrid Zötzl per Los gewonnen, dann aber zur Versteigerung zurückgegeben. Mitgenommen hat ihn schließlich ein Allersburger Kirwabursch aus Flügelsbuch, der ihn wohl zum Sägewerk fahren wird. Denn Kirwabaumbretter und Latten sind immer sehr begehrt, mutmaßten viele Mendorferbucher schmunzelnd.
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