Gitarrenvirtuosen Paulo Morello und Helmut Nieberle gastieren bei "Klein & Kunst"-Reihe in der ...
Ein Hauch von Südamerika

Weiden.Von Sommer und südamerikanischen Temperaturen ist derzeit recht wenig zu spüren. Dass aber trotzdem ein Hauch von südamerikanischem Flair durch die nach Ansicht des Bayerischen Fernsehens karge nördliche Oberpfalz weht, ist entsprechender Musik zu verdanken. Paulo Morello und Helmut Nieberle, zwei ausgewiesene Gitarrenvirtuosen, präsentierten im Untergeschoss der Max-Reger-Halle eine rhythmisch ausgereifte, meist leichtfüßige Musikreise unter dem Motto "Between worlds".

Altes und Neues

Es muss sich freilich niemand dafür schämen, wenn er oder sie mit den Namen Jacob do Bandolim oder Aníbal Troilo erst einmal nichts anfangen kann. Vermutlich Südamerikaner, mag man sich denken, und liegt damit auch richtig: Der Eine war Brasilianer, der Andere Argentinier, beide vor gut 40 Jahren bereits gestorben. Hinterlassen haben die beiden Komponisten aber Werke, die die Zuhörer mitnehmen in ihre Heimatländer, in die Welt von Choro und Tango.

Morello und Nieberle widmen den ausgewählten Stücken die höchste Konzentration, neue und freie Interpretationen inklusive. Die Instrumente - mal Akustikgitarre, mal E-Gitarre - treten miteinander in den Dialog, helfen sich, wechseln sich ab in der Stimmführung. Kreative Gestaltungskunst auf der Gitarre - hier wird sie deutlich hörbar. An einigen Stellen im ersten Teil des Konzerts erinnert das Agieren auf der Bühne - aller Virtuosität zum Trotz - aber auch mehr an Arbeit als an leidenschaftliche Spielfreude.

Erzählt wird von den "Brotkrumen der Liebe" (Migalhas de Amor), eine Ballade der Tristesse, die wohl nur Gitarren transportieren können. Auch mit dem alten Saxophon-Klassiker "Apple Core" von Gerry Mulligan gelingt Morello und Nieberle eine treffliche Gitarren-Version. Doch auch Eigenkompositionen der beiden Künstler fehlen im Konzertprogramm natürlich nicht, beispielsweise ein Musette-Walzer oder das Stück über den "Jazz guitar player". Dass es auch populäre Werke sein können, denen Morello und Nieberle einen eigenen Charme verleihen, beweisen sie bei den Zugaben: Bei "Mr. Sandman" greift sich Nieberle die Ukulele und "Mack the Knife" aus der Dreigroschenoper kommt in einer Version daher, die wohl auch Kurt Weil für innovativ gehalten hätte.
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