Glasschleif im Sucher

Im neuen Dokumentationszentrum wird Glas poliert. Das filmte ein Team des Bayerischen Fernsehens in der Glasschleif um Redakteurin Carina Bauer (Bildmitte), Zweiter von rechts: Vorsitzender Norbert Reger von der Gesellschaft Steinwaldia, Vierter von links Adalbert Busl. Bild: lpp

Das Bayerische Fernsehen scheint Gefallen an der Oberpfalz zu finden. Nach einer Reportage im Neuen Tag filmte ein Team von "Land und Leute" Friseurmeisterin Ute Hecht bei ihrer Arbeit im Wirtshaus. Nun stand die Glasschleif im Mittelpunkt.

Die Gesellschaft Steinwaldia hat im Juli ihr Dokumentationszentrum "Oberpfalz - Land der Glasschleifen" feierlich eingeweiht. Im Pullenreuther Ortsteil Glasschleif, etwas versteckt am Fuße des Steinwaldes, steht das neue Gebäude.

Auf 20 Schautafeln wird dort und in einem weiteren Glashaus bei der Ruine der Oberen Schleif dargestellt, wie zu Beginn des 18. Jahrhunderts durch französische Emigranten die Glasschleiferei in das südliche Fichtelnaabtal gebracht wurde und die Oberpfalz sich zum Land der Glasschleifen entwickelte. Erklärt werden die Herstellung des mundgeblasenen Tafelglases, seine Veredelung durch Schleifen und Polieren bis hin zur Spiegelbelegung.

Lebensverhältnisse

Eingegangen wird auch auf die technische Entwicklung der Schleif- und Poliermaschinen, auf den Aufbau der Werke auch auf die daraus resultierenden Umweltschäden. Ein wichtiger Aspekt ist die Arbeiterschaft, ihr Ruf, ihr Einkommen, die Arbeitsbedingungen und Lebensverhältnisse. Durch einige Original-Artefakte aus der Glasschleife in Trautenberg wird die schwere Arbeit verdeutlicht, die mit unheimlicher, roter Staubentwicklung einherging und sicherlich nicht wirklich gesundheitsfördernd war.

Durch eine große Übersichtskarte werden die Standorte der Schleifwerke - konzentriert an den Bachläufen der Oberpfälzer Gebirgslandschaften - und die Glashütten aus der böhmischen Grenzregion ersichtlich, woher lange Zeit das Rohglas bezogen wurde. Die fachliche Ausarbeitung und Beschriftung der Infotafeln lag bei Konrad Zrenner und Adalbert BusI, die intensiv die Glasschleifen in der Oberpfalz erforschten.

Mit der Kamera dabei

Adalbert Busl, Norbert Reger, der Vorsitzende und zahlreiche weitere Mitglieder der Gesellschaft Steinwaldia waren am Wochenende mit dabei, als das Fernsehteam eben das Schleifen und Polieren exemplarisch einfing. Neben der Glasschleif filmte das Team auch die Örtlichkeit in Trautenberg, wo Besitzer Karl Pöllmann erläuterte, wie hier bis ins Jahr 1964 Spiegelglas geschliffen und poliert wurde.

Nach getaner Arbeit stärkten sich die Fernsehleute mit einer deftigen Brotzeit, bevor sie den Rückweg antraten. Der genaue Sendetermin war noch nicht bekannt.
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