Glaube eine allmächtige Kraft

Wer die Guttenberger Kapelle betritt, findet beim Altar die Statue des heiligen Bischofs Ulrich, wie er einen Fisch in der Hand trägt. Die Legende sah Pfarrer Heribert Stretz beim Patrozinium als Beispiel, dass er ein Mann gewesen sei, der auf Gottes Wirken vertraut habe.

Guttenberg. (hl) Vom Gerätehaus zog ein langer Zug mit Ehrengästen und Vereinen mit Fahnen zum Gotteshaus, wo Pfarrer Heribert Stretz den Festgottesdienst zelebrierte. In seiner Predigt ging er auf den Leben des Heiligen ein, der 890 in Augsburg geboren wurde. Mit Zehn Jahren sei er zur weiteren Ausbildung und Vorbereitung auf den geistlichen Beruf in die Benediktinerabtei St. Gallen/Schweiz gekommen. 923 sei er zum Bischof geweiht worden.

Als solcher beherbergte er einmal Bischof Konrad von Konstanz. Beide hielten ein Mahl, das bis Freitagmorgen dauerte. Ein Herzog, den Ulrich einmal zurechtgewiesen hatte, schickte ihm einen Boten mit einem Brief. Als Lohn dafür gab Ulrich ihm ein Stück Fleisch vom Vorabend mit. Dieses brachte der Bote seinem Herrn, der Ulrich hätte anklagen können, am Freitag Fleisch gegessen zu haben. Doch das Fleisch war zu einem Fisch geworden.

So wie diese Verwandlung sei auch das Leben als solches ein Wunder, dass von Gott komme, erklärte Stretz. In jedes Geschöpf habe Gott Gutes hineingelegt, und er wolle seine Schöpfung zur Vollendung führen. Gott habe den Tod nicht gemacht und habe keine Freude am Untergang der Lebenden. Jesus habe vielmehr durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung allen das ewige Leben geschenkt.

Mit dem Geschehen im Evangelium, als er die zwölfjährige Tochter des Synagogenvorstehers vom Tod erweckte, gehe es Jesus darum, die Nähe des Reiches Gottes aufzuzeigen. "Im heiligen Ulrich haben wir ein großes Vorbild, den Mitmenschen in Leibe beizustehen und ihnen zu helfen." Er sorgte dafür, dass zerstörte Dörfer nach den Angriffen der Ungarn wieder aufgebaut und Kirchen errichtet wurden. Als Patron der Guttenberger Kapelle möge er auch uns helfen, unseren Glauben als mächtige Kraft für unser Leben zu erfahren, schloss der Seelsorger.

Die Lieder im Festgottesdienst begleitete Christopf Dumler an der Orgel. Fürbitten und Lesungen trug Magdalena Dumler vor. Ortssprecher und Feuerwehrvorsitzender Hans Reindl dankte Stretz für die würdige Gestaltung des Gottesdienstes sowie den Vereinen und Gästen.

Den weltlichen Teil der Feier mit Frühschoppen und Festbetrieb vor dem Gerätehaus auf dem Dorfplatz hatte die Feuerwehr organisiert. Am Nachmittag boten Guttenberger Frauen ein reichhaltiges Torten- und Kuchenbüfett sowie Kaffee an. Jugendwart und zweiter Kommandant Erwin Hoffmann hatte für die Kinder eine Spielstraße mit einer Hüpfburg aufgebaut.
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