Gleichstellungsbeauftragte Barbara Mädl berichtet im Sozialausschuss des Kreistages über ...
Die größte Hilfsaktion in der Region

Es gibt relativ wenige Ablehnungen. Es melden sich in der Regel nur Leute, die hilfsbedürftig sind.
Neustadt/WN. (ms) Die Hilfsaktion "Lichtblicke" des Medienhauses "Der neue Tag" besteht 20 Jahre. Welche Rolle dabei der Landkreis spielt, erfuhr der Ausschuss für Soziales und Sport.

Ausführlich und anschaulich schilderte Barbara Mädl den Kreisräten die Aktion "Lichtblicke" - von der Gründung 1994 durch die Land-Redaktion des "Neuen Tages" bis heute. Ziel der Initiatoren sei eine schnelle und unbürokratische Hilfe für Bedürftige gewesen, unter dem Motto "Leser helfen Lesern".

Viele Lichtblicke

Der Name "Lichtblicke" sei gelungen, anerkannte die Gleichstellungsbeauftragte im Landratsamt, die zusammen mit Schirmherrin Elisabeth Wittmann entscheidet, wer Hilfe bekommt. "Das war wirklich ein Lichtblick für mich", höre sie immer wieder von Menschen, denen "Lichtblicke" geholfen habe. Das Logo mit der Kerze für Herzlichkeit stammt vom Neustädter Künstler Lutz Zettler.

"Der neue Tag" habe Spendenkonten für Neustadt/Weiden und Tirschenreuth eingerichtet und stelle die eingehenden Mittel den Kreisen und der Stadt Weiden für soziale Zwecke zur Verfügung. Kindergarten- und Kommunionkinder oder Schulen sammelten für "Lichtblicke", Jubilare spendeten ebenso wie Vereine oder Unternehmen. Viel Geld steuere "Lichtblicke" auch aus Veranstaltungen wie Konzerten und Verkaufsaktionen selbst bei.

Ursprünglich nur als Aktion in der Weihnachtszeit vorgesehen, sei "Lichtblicke" inzwischen das ganze Jahr gefragt. Die Zahl der Hilfesuchenden steige im Landkreis Neustadt kontinuierlich - von 110 im Jahr 2009 auf 140 im vergangenen Jahr. Heuer liege man schon wieder bei 97. Weiden ist seit 2011 dabei. Im ersten Jahr wurde 20 Mal geholfen, 2014 bereits 18 Mal. Allein in den vergangenen zehn Jahren hat "Lichtblicke" 800 000 Euro an Spendengeld ausgezahlt und sei die größte Hilfsaktion in der Nordoberpfalz.

Ein gutes Netzwerk

Mädl schilderte, dass sich die Bedürftigen entweder bei ihr selbst meldeten oder von Beratungsstellen geschickt würden. Sie selbst prüft die wirtschaftliche Bedürftigkeit der Leute, verriet die Sprecherin. Dabei müssten die Antragsteller ihre Einkommensverhältnisse offenlegen. Von Anfang an habe sich der Grundsatz "Kein Bargeld" bewährt. "Lichtblicke" zahlt in der Regel die Rechnungen und gibt Einkaufsgutscheine aus. "Wir haben ein gutes Netzwerk."

"Menschen in den unterschiedlichsten Lebenslagen sind auf Hilfe angewiesen", wusste Mädl aus ihrer langjährigen Praxis. Krankheit und Arbeitslosigkeit stünden ganz oben, aber auch der Renteneintritt, der Ausfall von staatlichen Leistungen, dringende Anschaffungen für den Haushalt, Klassenfahrten von Kindern oder außergewöhnliche Belastungen wie Brillen oder Medikamente seien nicht zu unterschätzen.

"Lichtblicke" sei eine sehr segensreiche Einrichtung und sehr erfolgreiche Aktion, zeigte sich stellvertretender Landrat Nickl von den "großartigen Leistungen" angetan. "Wo staatliche Instrumentarien nicht helfen können, hilft 'Lichtblicke'." Die Aktion zeige auch, dass es in unserer Heimat Menschen gebe, die auf Unterstützung angewiesen seien. Der Einsatz für andere sei beispielhaft. Der Sitzungsleiter dankte im Namen des Landkreises allen Mitwirkenden und den Spendern. Auch Kreisrätin Andrea Lang, Bevollmächtigte von Donum Vitae, lobte "Lichtblicke" für die gute Zusammenarbeit und stete Unterstützung.
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