Gleitschirme ein Dorn im Auge

Die Jagdgenossenschaft fühlt sich beim Genehmigungsverfahren für Gleitschirmflieger am Tannenberg übergangen. Der Deutsche Hängegleiterverband hat die Erlaubnis zwar nur befristet bis zum 31. Juli erteilt, jedoch ohne mit den Waldbesitzer zu sprechen.

Punreuth. (kr) In der Jahreshauptversammlung der Bergwacht im Februar 2013 hatte der damals amtierende Bürgermeister Peter Merkl angekündigt, dass das Liftgelände Gleitschirmfliegern zur Verfügung gestellt werde. Zwei Monate später musste die Bergwacht einen verunglückten Gleitschirmflieger aus dem Wipfel einer Fichte retten. Aufgrund der noch ausstehenden Genehmigung wurde danach das Fliegen eingestellt.

In Feldern und Wiesen

Jagdvorsteher Anton Dötterl berichtete in der Jagdversammlung von vielen Fehlstarts, die er beobachtet habe. Und wenn der Start einmal geklappt habe, dann landeten die Gleitschirmflieger meist nicht auf der vorgesehenen Landefläche, sondern in Getreidefeldern und Wiesen. Am meisten ärgere ihn das Verhalten einzelner Gleitschirmflieger, die nach der Landung in Getreidefeldern dort noch ihre Schirme zusammengelegt haben, um sie beim Transport nicht dreckig zu machen. Ausgesprochen lobend äußerten sich Landwirte dagegen über das Gros der Gleitschirmflieger, die um bestes Klima bemüht waren.

Die Jagdgenossenschaft sieht allerdings das Gelände mit seinen Flutlichtmasten und Stromleitungen am Fuße des Liftes als ungeeignet an. Sie befürchtet auch die Störung des Wildes, wenn Rehe und Hasen im Mai setzen. Gleiches gilt für die Vogelwelt.

Wochenlang im Baum

Anton Dötterl sprach auch den wochenlang in den Baumwipfel hängenden Gleitschirm an. Die Besatzung eines Rettungshubschraubers entdeckte ihn beim Überflug des Tannenbergs, kehrte um, umkreiste den Schirm und gab offensichtlich eine Alarmmeldung ab, weil kurze Zeit später eine Polizeistreife eine Überprüfung vornahm. Gleich darauf wurde der Schirm geborgen.

Zweiter Bürgermeister Josef Hecht versprach den Jagdgenossen zu überprüfen, warum weder sie noch der Gemeinderat in das Genehmigungsverfahren einbezogen wurden.
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