Glocke ruft zur Auszeit

Fast das ganze Dorf hatte sich am Glockenturm zur Andacht mit Pfarrer Heribert Stretz eingefunden, um an den Bau der Holzkonstruktion vor 15 Jahren zu erinnern. Bild: hl

Der Glockenturm in Godas ist ein Gemeinschaftswerk. Vor 15 Jahren hatten ihn die Bewohner errichtet. Seitdem bildet er den Mittelpunkt der Ortschaft. An den Jahrestag der Einweihung erinnerten nicht nur die Godaser, sondern auch die Glocke selbst.

Pfarrer Heribert Stretz zelebriert zum Gedenken an die Errichtung der Holzkonstruktion eine Andacht auf dem Dorfplatz. Dazu hatten sich neben den Bürgern auch ehemalige Bewohner des Ortes und Pfarreiangehörige eingefunden.

Sie hieß Michael Siebenweiber willkommen, der vor 15 Jahren die Errichtung des Turmes mit organisiert hatte. Die Bewohner hatten damals beschlossen, den alten und bereits baufälligen Glockenturm abzureißen. Dieser stand beim damaligen Kühlhaus, das ebenfalls abgebrochen werden musste.

Nach dem Lied "Was Gott tut, das ist wohlgetan", begleitet von Beate Zehrer auf dem Keyboard, meinte Pfarrer Stretz, dass er sich noch gut daran erinnern könne, wie ihn Ludwig Wegmann vor 15 Jahren eingeladen habe, den Glockenturm zu segnen. Der "Moller Luck", wie er auch genannt wurde, sei zwar vor zwei Jahren gestorben, aber in den Herzen der Godaser sei er heute sicherlich mit dabei.

15 Jahre Dorfglocke sei auch ein Fest der Dankbarkeit, erklärte der Seelsorger im Hinblick auf den Erntedank. Der Pfarrer dankte allen, die sich damals eingesetzt haben, damit die Dorfglocke an ihrem jetzigen Standort einen guten Platz fand. Sie lade mitten im Alltag zu einer kleinen Pause ein und läute öffentlich zum Angelus, zum "Engel des Herrn". Sie verkünde, dass Gott für uns Mensch geworden ist. So erinnere sie an das wichtigste Geschehen der Weltgeschichte und stärke den Glauben.

Die Kinder Sabine Vogel und Lukas Zehrer trugen ein "Glockengedicht" vor. Zur Feier der Tages erklang die Glocke zu einer Zeit, zu der die sonst schweigt. Dabei beteten die Anwesenden den "Engel des Herrn". In der folgenden Andacht betrachteten Beate und Thomas Zehrer die Engel des Herrn. Unterbrochen wurden die Worte von den Liedern "Oft hat in schicksalsschwerer Zeit", "Einst grüßte dich in heiliger Stund" und "Nun danket all".

Nachdem Segen von Pfarrer Stretz luden die Organisatoren zu Kaffee und Kuchen sowie zur Kurzweil ein.
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