Glocken läuten zur Geisterstunde

Warum läuteten um Mitternacht minutenlang die Glocken der Kirche St. Marien in der Sulzbach-Rosenberger Innenstadt? Die Anwohner waren verunsichert und dachten, es sei ein Unglück passiert. Der Mesner gab gestern Entwarnung: "Nur falsch programmiert", lautete seine Erklärung. Bild: Hartl
Gespenster fallen momentan kaum auf. Schließlich ist Fasching. Was allerdings den Anwohnern in der Sulzbach-Rosenberger Innenstadt in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch närrisch im Sinne von komisch vorkam, war das Glockengeläut der Marienkirche zur Geisterstunde. Wer oder was steckte dahinter?

Anwohnerin Gabi Minder vermutete ein Unglück. "Das waren doch bestimmt zehn Minuten, es hörte gar nicht mehr auf. Ich dachte mir, entweder ist der Papst gestorben, oder es ist irgendwo eine Bombe hochgegangen", sagte die Betreiberin eines Friseursalons. Sie nahm das Geläut mit ihrem Handy auf, schrieb ins soziale Netzwerk und brachte den Stein der Spekulationen ins Rollen. Dekan Karlhermann Schötz hörte die Glocken auch, wusste von Berufs wegen, dass hier keine Absicht dahinter stecken konnte und verständigte Mesner Dietmar Meier.

Der wiederum hatte um Mitternacht schon tief und fest geschlafen - bis ihn der Telefonanruf aus dem Bett holte. Flugs machte er sich auf zum Kirchturm und stoppte das unerwünschte Gebimmel. "Das war wohl falsch einprogrammiert", konstatierte er am Mittwochvormittag.

Außerdem lag kein Fremdverschulden vor, schließlich sei er persönlich als Mesner für das Geläut zum richtigen Zeitpunkt zuständig. Ob's nochmal vorkommt? "Ich hoff's nicht."
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