Glückwünsche im Sekundentakt

Feuerwehr ist längst nicht mehr alleine Männersache: Aus dem gefüllten Horn stärken sich auch die Frauen der FFW Theuern.

Es musste nicht mehr viel gesagt werden über die Feuerwehr Theuern, die am Wochenende ihr 125-jähriges Bestehen feierte. Schließlich war erst vor Wochenfrist praktisch Gleiches in Kümmersbruck zu hören. Abgesehen davon sorgte das Wetter für erfrischend kurze Gratulations-Worte.

Von der "tragenden Säule im Landkreis", über "das soziale und kulturelle Engagement" und "die älteste Bürgerinitiative" bis hin zu "Stolz und Anerkennung" für den "ehrenamtlichen Dienst am Nächsten": Das Lob auf die Theuerner Wehr war vielschichtig, ihr Wert wurde deutlich herausgestellt.

Der Unterschied zu sonst oft in epischer Breite vorgetragenen Reden lag in der Kürze. Das war bei den meisten sprichwörtlich eine Sekundensache, 30 Sekunden in etwa - und die erhielten den meisten Beifall. Natürlich durfte Vorsitzender Richard Schwarz bei der Begrüßung etwas mehr sagen, schließlich war die Liste der Ehrengäste und befreundeten Wehren am Sonntagvormittag im Bierzelt ellenlang.

Der Musikverein Haselmühl-Kümmersbruck begann mit dem allseits bekannten Ruetz-Marsch und durfte auch etwas länger spielen. Ein paar Sätze mehr sagen konnte auch Bürgermeister Roland Strehl, schließlich war er Schirmherr. Kurioserweise ging gerade bei seiner Rede ein Gewitter nieder, das die Redner dann zu einer schnelleren Gangart motivierte.

Festleiter Markus Götz konnte seiner Theuerner Wehr noch bestätigen, "gut gerüstet zu sein" und ihr "viel Kameradschaft" attestieren. Landrat Richard Reisinger, bekannt für prägnante Worte, brauchte gerade mal 20 Sekunden ("Ich wünsche unvergessliche schöne Stunden - und schönen Tag noch"). In seinem Fahrwasser gratulierte Kreisbrandrat Fredi Weiß für die 115 Feuerwehren im Kreis in 15 Sekunden, SPD-Fraktionssprecher Manfred Moser blieb ebenfalls unter 30 Sekunden, desgleichen Markus Graf (CSU) und Markus Leitl von der FFW Kümmersbruck. Es gratulierten Dr. Michael Doblinger für die Raiffeisenbank Unteres Vilstal und schließlich für die Haselmühler Patenwehr Matthias Thau.

Während sich die linke Uniformtasche des Vorsitzenden Richard Schwarz langsam wegen den Schecks wölbte, hatte Thau ein ganz anderes Geschenk in petto: Er versprach einen gemeinsamen Ausflug - "wenn wieder Ruhe eingekehrt ist". Die längste Rede war die Predigt von Pfarrer Herbert Grosser, assistiert vom Ex-Theuerner Pfarrer Franz Wiesner, auf der Wiese vor dem Schloss.

Mit dem Wahlspruch "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr" setzte sich Grosser auseinander - und mit der Frage: "Ist das noch gültig oder veraltet wie ein altes Löschgerät?"

Sie wollten mithelfen, zu retten, was Gott erschaffen hat, sie setzten ein Zeichen der Solidarität und der Mitmenschlichkeit, sie praktizierten Nächstenliebe im christlichen Sinn, hielt Grosser den Feuerwehrleuten zugute. Ganz pragmatischen Sinn aber hatte dann der gemütliche Teil des Festes, das ganz Theuern und noch mehr zusammenführte. Mit dem musikalischen Gastspiel der Heidirln endete es spät abends - wie schon tags zuvor, als bis in die Nacht Keine Ahnung aufgespielt hatte.
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