Gospels zur Erbauung der Seele

Pfarrer Gerhard Schmidt ernannte Remona Fink wegen ihres intensiven, emotionalen Gesangs kurzerhand zur Mahalia Jackson von Roggenstein. Gospellieder sind der Weg der Seele zu Gott, so viel wurde beim Jugendgottesdienst am Samstagabend in der St.-Erhard-Kirche, die 100-jähriges Bestehen feiert, schnell klar.

Eine harmonische Mischung aus traditionellen und zeitgenössischen Songs sowie sanften Spirituals präsentierte der Gospelchor "Mona" mit Remona Fink. Die Stimmenvielfalt und die Klangfarben der Gruppe, die vor dem Hochaltar in langen blauen Gewändern erschien, verfehlte ihre Ausstrahlung nicht. Die Leiterin ist in Roggenstein und darüber hinaus längst eine Größe. Sie war auch zwei Jahre im städtischen Kindergarten als Kinderpflegerin tätig. So kann sie auf eine große Fangemeinde zählen.

Befreiende Kraft

Der Geistliche ging auf die befreiende Kraft des Spirituals und Gospels ein, die den versklavten Menschen Kraft schenkten. Am Christkönigssonntag, der gleichzeitig Tag der Patronin der Kirchenmusik, der heiligen Cäcilia, sei, komme der besondere Aspekt der Gesänge zum Tragen, erklärte er.

Gospels stehen für die frohmachende Botschaft und das gemeinschaftliche Singen, betonte der Pfarrer. "Sie erzählen von der befreienden Macht des Evangeliums." Um den unverwechselbaren Charakter dieser Liedbeiträge darstellen zu können, benötigt man Kenntnisse über die Stilrichtung und eine große Portion Einfühlungsvermögen in die Gedankenwelt der damaligen afroamerikanischen Bevölkerung. Die Sänger hatten damit jedenfalls keine Probleme. Fink machte in den Solobeiträgen den ursprünglichen Charakter authentisch. Maximilian Bauer begleitete den 17-köpfigen Chor, der ohne Noten, vollkommen locker und entspannt auftrat, auf dem Piano. Das Publikum ging im Rhythmus mit, schnippte mit den Fingern und freute sich des Lebens.

Fink dirigierte nicht nur den Chor, sondern inszenierte die Schau auf ansteckende Art mit erstklassiger stimmlicher Kapazität. Da Pfarrer Dominic Naujoks aus der Kirchengemeinde St. Markus in Weiden unter der Singgemeinschaft befand, meinte Schmidt, dies sei gleichzeitig eine ökumenische Feier gewesen. "We lift your names", "Ezulwini", "My life is in your hands" oder "God is my dayspring" waren nur einige der Beiträge. Den Kindern dürfte vor allem "The train" Spaß gemacht haben, denn Fink holte die Mädchen und Buben zum Altar, wo sie eifrig mitmachten.

Ansteckende Fröhlichkeit

Kirchenpfleger Manfred Zeitler war überwältigt von der ansteckenden Fröhlichkeit der Sänger. "Kirchenmusik ist vielfältig - das haben wir im Jubiläumsjahr in unserer Pfarrkirche immer wieder erleben dürfen, ob lateinisch, deutsch und englisch oder klassisch, volkstümlich oder rhythmisch." Heute sei wohl der bekannteste Gospelchor der Oberpfalz in Roggenstein zu Gast gewesen, freute sich Zeitler. "Es ist uns eine besondere Ehre, dass der so begehrte Chor ausgerechnet in unserer kleinen Landpfarrei zur Ehre Gottes und zu unserer Freude aufgetreten ist".

Die Kirche habe bewiesen, wie jung, dynamisch und begeisterungsfähig sie sein könne. Mit der so wunderbar gelungenen Messgestaltung sei dem Chor ein großartiges Geburtstagsgeschenk gelungen. Noch dazu verlangten die Sänger nicht einmal eine Gage. "I am healed" und "A Mighty Wind" beendeten die Vorstellung.
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