Gott erwählt die Schwachen

Das Patrozinium der Marienkapelle in Obertresenfeld war wieder ein großer Festtag. Bild: dob

Bei kühlen sechs Grad Celsius, aber deshalb nicht weniger festlich, feierten die Ober- und Untertresenfelder am Sonntag das Patrozinium "Mariä Geburt" und damit den Geburtstag der Muttergottes. Tagelang hatten sich die Ortsteilbewohner wieder auf dieses Ereignis vorbereitet.

Längst sind die Helfer ein eingespieltes Team. Die Symbiose von Kapellenverein und Katholischem Burschenverein klappt vorzüglich und so stimmten sich alle Junggebliebenen schon am Freitag mit einer 08/15-Party im Feststodl mit Sound- und Lichteffekten und DJ Patrick auf das bevorstehende Patrozinium ein.

Der kalte Wind am Sonntag ließ die Fahnen vor der schön geschmückten und herausgeputzten Marienkapelle im Takt tanzen. Kapellenvereinsvorsitzender Josef Fritsch begrüßte die Gäste per Handschlag. Er freute sich vor allem über die Anwesenheit der Bürgermeister aus Vohenstrauß und Waldthurn, Andreas Wutzlhofer, Johann Gollwitzer und Josef Beimler.

Kaplan Sebastian Scherr erschien in einem neuen Marienmessgewand passend zum Marienfest. "Es ist schön, dass es dich gibt", ein Glückwunsch, ausgesprochen zum Geburtstag, könne tatsächlich als Gebet formuliert werden, sagte er. "Jedes Geburtsfest ist Freude über das Leben und Dank an den, der Leben schenkt."

Sinnbild für Menschen

Als "Prototyp" der Glaubenden sei Maria "ein Sinnbild für uns Menschen, die wir als Kirche zu Jesus gehören und den Weg Christus gehen, den Maria uns vorausgegangen" sei. Doris Frischholz trug die Lesung vor, bevor sich der Kaplan dem Matthäus-Evangelium widmete. Der Stammbaum zeige Jesus und Maria verwoben in eine äußerst menschliche Geschichte mit allen Höhen und Tiefen. Es sind nicht nur Heilige zu finden sondern auch eine Reihe dunkler Namen von Menschen, die sich in Schuld verstrickt haben, Sünder, Verbrecher, Abtrünnige. Aber gerade darin zeige sich, Gottes Wege sind nicht unsere Wege, bei ihm gelten andere Maßstäbe, so Kaplan Scherr. Er erwählt oft das Schwache und Letzte können bei ihm Erste sein.

Maria Bäumler betete die Fürbitten und bezog auch alle Verstorbenen mit ein. Keine leichte Aufgabe bei den kalten Temperaturen bewältigten die Musiker der Jugendkapelle Roggenstein mit Kapellmeister Josef Wolfrath, die den Gottesdienst gestalteten. Der ehemalige Stadtpfarrer Franz Winklmann, dem die Dorfgemeinschaft in erster Linie den Neubau zu verdanken hat, kam zum Mittagessen vorbei.

"Glaube und Kirche gehören hier zusammen", war Hausherr und Bürgermeister Wutzlhofer begeistert. Mit Fleiß und unbändigem Eifer halten die Dorfbewohner die Marienkapelle in Ordnung. Wer hier vorbeikommt, müsse einfach innehalten und ein Gebet sprechen, versicherte der Rathauschef.

Strahlende Gesichter

In Windeseile zog es die Besucher anschließend zum Frühschoppen in den beheizten Feststodl, den Christine und Konrad Kindl wieder zur Verfügung gestellt hatten. Die Dorffrauen tischten köstliche Backwaren aus ihren Küchen auf. Trotz der eiskalten Temperaturen gab es bei Josef Fritsch und seinen Helfern vom Kapellenverein nur strahlende Gesichter, denn nach Obertresenfeld kommen die Gäste zum Patrozinium selbst bei weniger idealen Voraussetzungen.
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