Gotteshaus mit vielen Wunden

Über den Dächern von Weiding erhalten die Handwerker mit dem Aufzug ihr Material. In luftiger Höhe erfolgt auch das Einblechen der Gesimse am Turm. Bild: mmj (2)

Es ist ein Mammutprojekt, das die Pfarrgemeinde Weiding zur Zeit bewältigt: die Außenrenovierung der Kirche. Feuchte Wände haben das Gotteshaus arg in Mitleidenschaft gezogen. Das verlangt nach einem größeren Eingriff am Fundament.

An der Kirche hatten sich zuletzt 1991 die Bauarbeiter zuschaffen gemacht. Dabei wurde auch ein neuer Glockenstuhl und eine Aufstiegstreppe im Turm eingebaut und am Dach des Gebäudes der Fußpunkt des Dachstuhls saniert. Erforderliche Ausbesserungen am Putz gab es aber nur in geringem Umfang.

Die Kirchenverwaltung der Pfarrei befasste sich bereits seit längerer Zeit mit dem Gedanken einer umfassenden Außenrenovierung. Ein entsprechendes Konzept arbeitete das Architekturbüro Krämer, Muschenried, in Verbindung mit den zuständigen Fachstellen der Diözese, aus, im Mai begannen die Arbeiten.

Drainage erforderlich

Die aufsteigende Feuchtigkeit an den Außenwänden erforderte eine unumgängliche, sinnvolle Renovierung der Fundamente. Diese galt es freizulegen, die Außenmauern sollten gegen eindringende Feuchtigkeit abgeschottet werden. . Wichtig war dabei auch der Einbau einer Drainage und das Entfernen von durchnässtem und geschädigtem Außenputz. Am umlaufenden Natursteinsockel sollten lose Teile und Ziegelstücke entfernt und mit Natursteinen ersetzt werden. Eine fachgerechte Ausbesserung war auch für die Risse an Mauern und Putz an den Außenwänden in den vergangenen Wochen angepeilt.

Bei der aktuellen Renovierung sind an den Fenstern keine Maßnahmen geplant, allerdings ist an beiden Eingangsportalen eine Sanierung erforderlich, da Teile des Holzes bereits morsch sind.

Bei der Überprüfung der Dachkonstruktion wurden im Vorfeld der Renovierung Mängel am First durch morsche Sparren festgestellt, ebenso fehlte nach statischen Berechnungen eine ausreichende Dimensionierung der Dachlatten. Die Sanierung des Daches mit Neueindeckung ist bereits erfolgt.

Schützende Bleche

So wie die Kirche steht auch der Turm auf einem ausreichend dimensionierten Fundament. Die mit Natursteinen gemauerten Wände haben im unteren Bereich eine Stärke von 130 Zentimetern. Aber auch beim Turm galt es, das Fundament und die erdbedeckten Außenmauern freizulegen und entsprechende Maßnahmen gegen eindringende Feuchtigkeit zu ergreifen. Besonders starke Putzschäden zeigten sich im oberen Turmbereich, teilweise war der Oberputz schon abgefallen. Besondere Aufmerksamkeit galt bei der Renovierung des Turms den Lisenen und Gesimsen: Geschädigte Teile mussten ausgebaut und ersetzt werden. Die wieder hergestellten Gesimse werden derzeit mit Blechen abgedeckt.

Auf Lösungssuche

Saniert wird auch die Natursteintreppe an der Westseite. Dabei entfernen Arbeiter die bestehende Treppe sortieren beschädigte Stufen aus und ersetzen defekte Teile. Wie am Kirchengebäude sind auch am Turm keine Maßnahmen an den Fenstern geplant. Die Jutte-Bespannung der Schall-Läden ist nur mehr marginal vorhanden. Um Eindringen von Wasser und Schnee künftig dauerhaft zu verhindern, suchen Experten nach einer geeigneten Lösung.

Die Renovierungsmaßnahme ist auch für Pfarrer Jan-Adrian Lata, Kirchenpfleger Wilfried Paa, Hans Wirnshofer, Harald Saßl und Sebastian Betz von der Kirchenverwaltung eine gewaltige Herausforderung. Schon das Gerüst um das Gebäude mit dem Turm, Langhaus und Presbyterium zeigt die Dimension und den Umfang der Renovierung. In wöchentlichen Abständen informieren Architekt Albert Krämer und die Handwerker über den Fortschritt.
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