Gotteshaus steht nur wegen der Nazi-Zeit

1992, zum 50-jährigen Bestehen der Filialkirche St. Georg, hat Fritz Fürk in der Geschichte geforscht und eine Chronik über das Gotteshaus herausgegeben. Darin heißt es unter anderem: "Nur selten findet man eine so seltsame Entstehungsgeschichte wie bei der Sassenreuther Kirche, führt sie uns doch gezwungenermaßen hinein in eine immer noch nicht ganz bewältigte Vergangenheit und spiegelt den antireligiösen Zeitgeist des Dritten Reiches wider."

Raum für Unterricht

Schon 1937 waren sich Pfarrer Leonhard Zechmeier, die Katholische Kirchenverwaltung sowie die Verantwortlichen der damals noch selbstständigen Gemeinde Sassenreuth mit Bürgermeister und Ortsbauernführer Josef Fichtl aus Metzlasreuth einig gewesen, dass Sassenreuth eine Kirche braucht. Der Hauptgrund dafür war: Nach den amtlichen Bestimmungen im Hitler-Reich war es verboten, in der Schule Religionsunterricht zu erteilen. Dieser durfte nur in einem der Kirche gehörenden Raum abgehalten werden.

5000 Reichsmark

1938 wurde das Vorhaben konkret. Pfarrer Zechmeier schrieb einen Brief an Bischof Michael Buchberger und bat um Zuschüsse aus Kirchensteuereinnahmen. Nur 24 Tage später gab der Bischof sein Einverständnis: Ein positiver Bescheid über 5000 Reichsmark machte den Weg frei; von 1940 bis 1942 wurde das Gotteshaus errichtet.

Pfarrer Leonhard Zechmeier musste wegen des Kirchenbaues Repressalien auf sich nehmen. 1942 verstarb er. Sein Nachfolger Pfarrer Josef Bollmann vollendete schließlich den Bau. (ü)
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