Große Trauergemeinde nimmt Abschied von Karl-Heinz Haubelt - Viele Ehrenämter in Organisationen ...
Engagiert und seiner Meinung treu

Zahlreiche Freunde und Wegbegleiter verabschiedeten sich von dem im Alter von 75 Jahren verstorbenen Karl-Heinz Haubelt. Auf Nachrufe hatten die Vereine dem Wunsch Haubelts entsprechend verzichtet und statt dessen an den Diakonieverein gespendet. Bild: Völkl
Schwarzenfeld/Högling. (cv) Sein Wirken und Schaffen orientierte Karl-Heinz Haubelt an seinen Mitmenschen. Pfarrerin Heidi Gentzwein kennt "niemanden, der so viele Ehrenämter hatte". Die Christuskirche konnte die vielen Menschen nicht fassen, die am Dienstag Abschied von Karl-Heinz Haubelt nahmen, darunter auch Altlandrat Hans Schuierer und SPD-Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl.

Geschätzt und geachtet

Vor dem Trauergottesdienst war der Verstorbene im Familienkreis beigesetzt worden. Die Jugendblaskapelle Fensterbach brachte einen letzten musikalischen Gruß. In der Trauerfeier zeichnete Pfarrerin Gentzwein den Lebensweg eines Mannes nach, "der von seiner Familie geliebt und von vielen anderen Menschen geschätzt und geachtet wurde".

Karl-Heinz Haubelt - geboren in der Niederlausitz - geriet als Kind im Krieg drei Mal in Lebensgefahr. Er war sechs Jahre alt, als die Familie ausgewiesen wurde. Wirtschaftsschule, Abitur: Haubelt studierte drei Semester Sozialwissenschaften in Nürnberg. Dann begann er 1963 bei der Post als Inspektoranwärter die gehobene Laufbahn. 1995 trat der Postamtmann in den Ruhestand. Bei der Entscheidung für den soliden beruflichen Weg spielte Ehefrau Sonja eine Rolle, die er mit 22 Jahren bei den "Falken" kennen lernte. Zwei Jahre später, 1964, wurde geheiratet, 1972 das Eigenheim in Högling bezogen. Vier Kinder gingen aus der Ehe hervor. Haubelts ganzer Stolz waren die sechs Enkelkinder. "Das Ehe- und Familienleben waren ihm wichtig", betonte Pfarrerin Gentzwein.

Neben der Familie engagierte sich Karl-Heinz Haubelt in unzähligen Ehrenämtern und war auch jahrzehntelang Mitarbeiter unserer Zeitung "Der neue Tag". 1960 trat Haubelt in Amberg in die SPD ein, gründete Ortsverbände, war Revisor, Kassier, Schriftführer. 18 Jahre gehörte er in seiner Heimatkommune dem Gemeinderat an, war als Verbandsrat im Wasser-Zweckverband und als Ortswaisenrat der Gemeinde Fensterbach tätig. Seit 1960 engagierte sich Haubelt in der Postgewerkschaft, später bei "Verdi". Haubelt war Schöffe am Amtsgericht Amberg, ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht Regensburg, im Diakonieverein Schwandorf und in der AWO aktiv. Im Betreuungsverein für den Landkreis Schwandorf kümmerte er sich um Behinderte. Mitglied war Haubelt zudem in zahlreichen Vereinen, darunter im Siedlerbund, bei der Feuerwehr und den Imkern, bei den Billardfreunden Jeding, bei den Bulldog- und Oldtimerfreunden Högling, in der Kriegerkameradschaft Högling und im Schützenverein Knölling. "Es waren wahrscheinlich noch ein paar mehr", fasste Heidi Gentzwein zusammen. Der Verstorbene "war ruhig und liebenswert, hatte einen besonderen Humor, aber auch seinen eigenen Kopf und seine eigene Meinung, die er geradeheraus sagte. Das war ihm lieber als drumrum zu reden".

Dankbarer Blick zurück

Nach einem Schlaganfall vor fünf Jahren war Karl-Heinz Haubelt gesundheitlich sehr beeinträchtigt. Es war ihm ein Anliegen, vor einem Jahr seine Goldene Hochzeit mit Ehefrau Sonja in der Christuskirche zu feiern und dankbar zurückzublicken. Pfarrerin Gentzwein erinnerte an den Trauspruch "Dient einander mit den Gaben, die ihr empfangen habt". Der Verstorbene habe seine Gaben im Einklang mit den Talenten anderer Menschen vorbildlich eingesetzt.
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