Großer Kampf bleibt ohne Lohn

Lange Zeit hielten die Blue Devils das Derby offen. Aber am Ende reichte es gegen den ERC Selb erneut nicht zu einem Überraschungserfolg. Ein Empty-Net-Goal kurz vor Schluss zerstörte alle Hoffnungen auf einen Punktgewinn.

Selb. (gb/af) Die Weidener Eishockeycracks konnten am Freitagabend erhobenen Hauptes vom Selber Eis gehen. Zwar mussten sie sich dem haushohen Favoriten mit 2:4 (1:1 (1:2, 0:1) geschlagen geben, aber im letzten Drittel war die Mannschaft von Trainer Fred Carroll drauf und dran, das 3:3 zu erzielen.

"Meine Mannschaft hat super gekämpft und eine tolle Teamleistung gezeigt", sagte Carroll nach der Schlusssirene. "Schade, dass es nicht zu einem oder zwei Punkten gereicht hat. Heute wäre in Selb etwas drin gewesen." Das Spiel habe gezeigt, "dass wir auch mit den Größeren mithalten können."

Mit Verteidiger Marius Pöpel und Stürmer Oleg Seibel gaben die beiden kurzfristig verpflichteten Neuzugänge ihr Debüt im blau-weißen Trikot. Ebenfalls im Aufgebot stand Konstantin Firsanov, der zuletzt krankheitsbedingt nicht trainieren konnte. Dagegen fehlte neben den verletzten Marco Pronath (Fingerbruch) und Dominik Schopper (Schulter) auch der erkrankte Vladimir Nikiforov. Etwas überraschend berief Trainer Fred Carroll Oliver Engmann ins Tor, da Stammgoalie Daniel Huber über gesundheitliche Probleme klagte.

Von Beginn an sahen sich die Gäste in die Defensive gedrängt. Die ersten zehn Minuten gehörten dem Vorjahres-Oberligameister. Selb machte mächtig Druck, ohne sich aber glasklare Chancen zu erarbeiten. Völlig überraschend fiel das 0:1: Ales Jirik traf bei der ersten Weidener Möglichkeit. Craig Voakes hätte kurz darauf sogar nachlegen können, er vergab aber die Chance zum 0:2.

Die Selber Angriffsbemühungen wurden aber in der 13. Minute belohnt: Top-Scorer Kyle Piwowarczyk stellte den hochverdienten Gleichstand her. Das in der ersten Viertelstunde sehr fair verlaufene Derby legte in der Schlussphase des Drittels deutlich an Ruppigkeit zu. Zunächst kassierte ERC-Spieler Marius Nägele nach einem harten Foul an Michael Kirchberger 5 Minuten plus Spieldauerstrafe. Wenig später wurde auf der Gegenseite auch Marius Pöpel mit einer 2- plus 10-Minuten-Strafe sanktioniert.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts hatten sich die Gemüter wieder beruhigt. Der Spielverlauf ähnelte dem im ersten Drittel: Selb trat dominant auf, aber Weiden machte den Treffer. Wieder war es Ales Jirik, der die Scheibe aus kurzer Distanz irgendwie über die Torlinie des Selber Gehäuses stocherte (30.). Aber die Antwort der Gastgeber dauerte keine 60 Sekunden: Eric Neumann überwand Engmann, als er von außen auf das Weidener Tor zog und einlochte. Den dritten Gegentreffer hatten sich die Nordoberpfälzer selbst zuzuschreiben. Da sie sechs Mann auf dem Eis hatten, kassierten sie eine Bankstrafe. David Hördler nutzte das Selber Überzahlspiel. Sein Schlagschuss schlug, noch abgefälscht von Achim Moosberger, zum 3:2 (36.) ein. Noch vor der Drittelpause lag der Ausgleich in der Luft, als die Blue Devils ein druckvolles Powerplay bei Überzahl aufzogen. Aber die Scheibe fand nicht den Weg in den Selber Kasten.

Im letzten Drittel setzten die Gäste dann alles auf eine Karte. Von der Überlegenheit, die der ERC Selb zwei Drittel lang ausgestrahlt hatte, war nichts mehr zu sehen. Die Blue Devils probierten alles und hatten vor allem durch Konstantin Firsanov (53.) und Marcel Waldowsky (54.) dicke Chancen. Der Ausgleich blieb aber selbst dann verwehrt, als Selb in den letzten fünf Minuten in Unterzahl spielen musste. Nach einer üblen Attacke gegen Veit Holzmann bekam ERC-Akteur Herbert Geisberger eine Matchstrafe verpasst. Carroll nahm 120 Sekunden vor Schluss Engmann zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis. Ein Maßnahme, die nicht belohnt wurde: Dan Heilmann eroberte den Puck und schoss diesen ins leere Weidener Tor.

Bad Tölz gastiert

Die Blue Devils bestreiten ihr nächste Spiel am Sonntag, 26. Oktober. Um 18.30 Uhr gastiert der EC Bad Tölz im Eisstadion an der Raiffeisenstraße.
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