Gründerzentrum Grafenwöhr in einer schwierigen Lage: 80 Prozent der Flächen stehen leer
Auch Landkreis soll ein Zeichen setzen

Grafenwöhr. (gt) Ein eindeutiges Bekenntnis zum Gründerzentrum im Städtedreieck Grafenwöhr-Eschenbach-Pressath gab die SPD-Kreistagsfraktion. Geschäftsleiterin Christine Pöllath sprach von einer derzeit problematischen Situation.

Von einer Auslastung der Büroeinheiten und Gewerbeflächen von 92 bis 92 Prozent könne zurzeit nur geträumt werden, denn aktuell seien nur 20 Prozent der Flächen belegt. Die gute wirtschaftliche Lage möge ein Grund dafür sein, dass derzeit nur noch vier Unternehmen eingemietet seien. Trotzdem sei man stolz auf die bisherigen Hilfestellungen, die sich auf nahezu 3000 Beratungen beliefen. Von bisher 46 eingemieteten Unternehmen hätten 8 inzwischen einen eigenen Betrieb aufgebaut. Auch die Abschaffung des Gründerzuschusses der Agentur für Arbeit, der jetzt nur noch eine "Kann-Leistung" darstelle, machte Pöllath als möglichen Grund aus. Für 2015 sollten sich Lösungsmöglichkeiten abzeichnen. Die Einmietung von Firmen in die Flächen und Räumlichkeiten des Gründerzentrums stelle eine Möglichkeit dar.

Landtagsabgeordnete Annette Karl warnte davor, den Gedanken und die Idee des Gründerzentrums aufzugeben. Sie bedauerte, dass im Haushalt 2015 des Wirtschaftsministeriums keine Mittel für Gründerzentren eingeplant seien. Bürgermeister a. D. Helmuth Wächter, der maßgeblich an der Entstehung des Gründerzentrums beteiligt war, hielt fest, dass derartige Einrichtungen immer einen Zuschussbetrieb darstellen werden. Landkreis und Kommunen müssten entsprechende Haushaltsmittel einstellen. Auch die interkommunale Zusammenarbeit sei gefordert.

Das Thema Gründerzuschuss will die SPD dem Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch mit nach Berlin geben. Hier soll der Abgeordnete im Arbeitsministerium vorstellig werden. Auch Bürgermeisterin Margit Kirzinger aus Waidhaus sprach sich für die Wiedereinführung eines entsprechenden Gründer-Zuschusses aus.

Die Sicherung des Gründerzentrums habe für die SPD-Räte hohen Stellenwert, lautete das Fazit des Besuches. Auch der Landkreis sei gefordert, ein deutliches Zeichen zu setzen. "Es bleibt das Ziel, das Haus wieder zu füllen und möglichst viele neue Firmengründungen mit Innovation und Zukunft zu unterstützen und zu begleiten", erklärte Fraktionschef Günter Stich.
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