Grüne setzen bei Agrarpolitik auf "Klasse statt Masse"
Gentechnik nicht Tür und Tor öffnen

Gisela Sengl ist agrarpolitische Sprecherin der Grünen im bayerischen Landtag und bewirtschaftet mit ihrem Mann in Sondermoning am Chiemsee einen Bioland-Hof mit regionalem Vertrieb. Sie nimmt derzeit an der Winterklausur der Landtagsfraktion in Regensburg teil und folgte am Dienstagabend einer Einladung des Kreisverbandes zu einem Gespräch in der "Hirschbergstub'n" in Fuhrn.

Die gelernte Landschaftsgärtnerin mit Zusatzausbildung "Wirtschaftsfachwirtin" will einen Beitrag zur Agrarwende leisten. "Wenn die Verbraucher, Politiker und Erzeuger gemeinsam an einem Strang ziehen, ist eine Wende auch gegen den Widerstand der Lebensmittelkonzerne möglich", ist die Grünen-Politikerin überzeugt. Sie will "Masse durch Klasse" ersetzen und "das Wirtschaftswachstum neu definieren".

Im transatlantischen Freihandelsabkommen sieht Gisela Sengl "eine große Gefahr für die bäuerliche Landwirtschaft, weil es im Widerspruch zur Regionalität steht". Das Abkommen würde ferner "der Gentechnik Tür und Tor öffnen". Die Grünen-Politikerin will mehr die Direktvermarkter und einheimischen Betriebe stärken, als von amerikanischen Billigprodukten überschwemmt zu werden.

Das Argument, ständiges Wachstum sei zur Lösung des Welternährungsproblems erforderlich, lässt die Bio-Bäuerin nicht gelten. "Schon heute werden weltweit Lebensmittel mit einem Kaloriengehalt erzeugt, der für zwölf Milliarden Menschen reichen würden", gab Gisela Sengl zu bedenken. Sie fordert die Abkehr von der Massentierhaltung und appelliert an die Verbraucher, mehr auf Qualität anstatt den Preis zu achten und die Vielfalt gesunder Lebensmittel zu nutzen.
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