Grüner Gockel

Santtu Weniger, der Ehemann der evangelischen Pfarrerin von Floß, berichtet in Begleitung von Joachim Kiehl vom Umweltengagement seiner Kirchengemeinde. So sei bisher das Gemeindehaus sehr unökologisch mit Strom geheizt worden, ebenso die Kirche, die mit Baujahr 1503 als ältestes Gebäude von Floß gelte. Der Jahresverbrauch betrug stattliche 30 000 Kilowatt.

Um daran etwas zu ändern, habe sich die Gemeinde der Aktion "Grüner Gockel" angeschlossen, die speziell für Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen entwickelt wurde. Als 100. Gemeinde in Bayern und die erste im Dekanat Weiden werde man auf die offizielle Zertifizierung hinarbeiten. Ein Umweltteam um Kiehl werde regelmäßig das Erreichte vorstellen. Das war das Stichwort für Kiehl, seine bisherigen Aktivitäten zu erläutern. Das ging über das gemeinsame Abernten der Äpfel auf der Pfarrwiese, woraus Apfelsaft gepresst wurde, über Infostände, wie zuletzt beim Bio- und Flohmarkt auf der Marktplatzanlage, bis zu Energieeinsparung beim Heizen von kirchlichen Bauten. Weniger und Kiehl hatten einen dicken Ordner dabei. Das "Grünes Buch" werde seit dem Auftakt der Aktion im Jahr 2014 regelmäßig mit Daten, Notizen und Empfehlungen, auch zu Themen wie Lärm, Abfall und ökologischer Lebensweise gefüllt. Ziele seien als Umwelterklärung auf einem 16-seitigen Manuskript erarbeitet worden. Diese sollten extern geprüft und schließlich dem Ausschuss vorgelegt werden. Einen "kleinen Anfang" nannte Weniger, dass inzwischen der Pfarrbrief auf umweltfreundlichem Papier gedruckt werde. "Zum Christsein gehört die Verantwortung für die Schöpfung", ermahnte er. "Macht Euch die Erde untertan (Mose 1,28) könne nicht heißen: Macht mit der Schöpfung was Ihr wollt."

Man suche deshalb auch Gemeindemitglieder und Verbündete, die sich "mit uns auf den Weg zu einem Umweltbewusstsein machen". Dazu zähle der Lebensraum vor Ort, aber auch die globale Verantwortung. Man wolle mit gutem Beispiel vorangehen und natürlich am Ende das Zertifikat "Grüner Gockel" bekommen. Humorvoll appellierte Kiehl, das Publikum in die "Massentierhaltung voller grüner Gockel" einzusteigen.

Dem fügte er noch einen weiteren Text hinzu, der die bereits funktionierende Ökumene bewies: Er las den Klappentext der Umweltenzyklika von Papst Franziskus, dem nichts hinzuzufügen sei.
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