Grüngürtel nach Abriss

Viele Monate hat das Dietl-Anwesen den Stadtrat beschäftigt, die ursprünglichen Planungen für den Umbau zu einem "Bürgerhaus" waren finanziell aus dem Ruder gelaufen. Jetzt steht fest: Das Gebäude wird abgerissen, ein Grüngürtel soll geschaffen werden.

Kemnath. (stg) Grundsätzlich war sich der Stadtrat einig: Das Dietl-Anwesen wird dem Erdboden gleichgemacht. Was stattdessen dort entstehen könnte, erläuterte Städteplaner Klaus Stiefler. Er führte aus, dass es aus historischer Sicht betrachtet am Standort kein Gebäude gegeben habe. Das Städtebauliche Entwicklungskonzept der Kommune enthalte, einen Grüngürtel um die Innenstadt zu ziehen. Entsprechend biete sich an, einen Grünzug vom Schützengraben zum Stadtplatz zu ziehen, in dem die Fläche des Gebäudes einbezogen werde.

Unstrittig war auch, dass in Stadtplatznähe eine Begrünung mit Bäumen erfolgen soll - über die Dimension dieser Pflanzung sollte im weiteren Verlauf der Sitzung allerdings noch gestritten werden. Generell mache man mit der Neugestaltung nichts Willkürliches, sondern lehne sich an historische Zustände an, erklärte Stiefler.

Stadtmauer einbeziehen

Zur Sprache kam auch, was beispielsweise mit dem - nahezu versteckten - Brunnen bei der Sparkasse und der dortigen, gepflasterten Fläche geschehe. Hier wird es laut Bürgermeister Werner Nickl Gespräche mit den Verantwortlichen der Sparkasse geben, so dass dieses Areal eventuell sinnvoll in die Neugestaltung integriert werden könnte.

Die Stadtmauer, die an die Brauhausstraße angrenzt, soll in die Neugestaltung ebenfalls einbezogen werden, eventuell auch die anschließende Außenmauer des Dietl-Anwesens. Hierfür seien aber noch entsprechende Untersuchungen nötig, führte Stiefler aus.

Kein klares Bild ergab sich in der Diskussion hinsichtlich der Dimension einer Bepflanzung mit Bäumen in Stadtplatznähe. So wünschte sich Jutta Deiml (SPD) "vier markante Bäume", während sich Michael Hautmann (CLU) für eine dezente Bepflanzung aussprach ("Bäume gehören in den Wald") - in diesem Fall für zwei kleinere, vom Stadtplatz etwas weggerückte Bäume. Christian Baumann (FW) war für sogenannte "Fächerbäume".

Zehn Räte für zwei Bäume

Nach einer munteren Diskussion und dem Vorschlag des Bürgermeisters, mit der Zwei-Baum-Variante weiterzumachen, regte sich vor allem bei der SPD- und Grünen-Fraktion Widerstand gegen dieses Vorgehen ohne eine mehrheitliche Entscheidung. Diese führte schließlich Nickl herbei. Mit 10:8 in Stimmen billigte das Gremium die Zwei-Baum-Variante. Damit einher geht die Schaffung einer Pergola für einen Infopoint unterhalb der Bäume, die Alternative bei vier Bäumen wäre ein Pavillon gewesen.
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