Grüße an das "Elendsviertel"

"Der Big Boss, des alte Trumm!" - nicht einmal die Präsidentin der Michelfelder Narren, Elke Haberberger, war vor den Kalauern ihrer Narrenschar sicher. Sicher aber führte sie durch die Prunksitzung - rund sechs Stunden nahm das Programm im Schenk-Saal bei der Premiere in Anspruch, die mit dem Auftritt der Frösche ihren Anfang nahm.

Süß anzusehen die kleinen Schmetterlinge und Raupen, die die Geschichte der Raupe Nimmersatt erzählten. Souverän dann die Hoheiten Verena I. und Bernhard I., die zur Proklamation Bürgermeister Joachim Neuß zum neuen Türmer von Michelfeld erhoben. Bis 2022 soll er sich eine Langhaarfrisur wachsen lassen, die dann zum Dreitagebart passt - so könne er als Rapunzel den Klosterturm hüten. Als Übersetzer boten sich beide an, wenn die gemeinsame Parküberwachung der Pegnitzer und Auerbacher verbal an ihre Verständigungsgrenzen komme.

Genervte Queen

Die politische Büttenrede übernahm erstmals Gabi Kormann als Queen-Mum, passend zum Motto des Abends "Royal oder einfach nur blau". Ihr folgte als genervte Shopping-Queen Sonja Nürnberger, die mit ihren Pfunden und einem "Glitzerfummel" kämpfte. Junioren- und Aktivengarde setzten tänzerische Glanzpunkte, ehe Thomas Ziegler als königlich bayerischer Witzeerzähler loslegte.

Ein loses Mundwerk bewies erneut Jessica Haberberger, die in bester Monika-Gruber-Manier von ihrer Nachkriegskindheit erzählte. "Seid ihr auch vor 1990 geboren? Dann habt ihr auch gelbes Limo bekommen, seid ohne Kindersitz im Auto gefahren und habt euren Kaugummi mit der besten Freundin geteilt?" Ganz anders als die Facebookluschen von heute.

Geschichtlich betrachtet

Insiderwissen bewies Manfred Kohl alias österreichischer Kaiser, der zu spät zum Stadtjubiläum in Auerbach kam und jetzt in Michelfeld Audienz hält. "Geschichtlich betrachtet sind die Auerbacher ja Michelfelder zweiter Klasse und Auerbach das Elendsviertel von Michelfeld, wo die Vertriebenen leben."

Aber auch der Pegnitzer Bürgermeister Uwe Raab bekam sein Fett weg: Er hatte nämlich beim Grenzposten, dem Kanonier von Weidlwang die Kontrolle nicht bestanden. "Im Gepäck ein Drahtgeflecht, das sich Maulkorb nennt, den er seinen Mitarbeitern im Rathaus auflegt."

Fetzige Queen-Songs coverte die "Queen Mums Houseband", vor allem "Diese Hymne finden wir gaga", angelehnt an den Queenklassiker "Radio Gaga" und meinte damit die Auerbacher Jubiläumshymne. Sie heizten so richtig ein, ehe das Männerballett "Hot Chicks" mit hübschen Gesellen aus dem "Veldenstein Forest" die Bühne rockte.

Prinz Amin (Armin Mauser) und sein Übersetzer (Thomas Looshorn) tanzten und sangen zu afrikanischen Rhythmen und überzeugten vor allem durch grandiose Mimik und Gesangeslaute.

Strapazen beim Lachen

Den 47. Einzug feierten dann der "Deppenprinz" und seine olle Schrappnelle (Thomas Kohl und Thomas Gsell). Sie sorgten für ordentlich Lachmuskelstrapazen. Frech und fordernd krönten sie Bürgermeistersgattin Christina Neuß zur neuen Krapfenkönigin. Abwechselnd wirbelten die Garden mit märchenhaften Schautänzen über die Bühne, bevor die "Schottenrocker" (Die Speckbachtaler) musikalisch den Höhepunkt setzten. Der Schautanz der Aktiven mit "Cinderella" schließlich krönte das royale Programm.
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