Grundler folgt auf Söllner

Führungswechsel beim Kreisverband der Jungen Union (JU): Bernhard Söllner übergab in seinem Heimatort die Verantwortung für die zweitstärkste politische Kraft im Landkreis an Matthias Grundler aus Falkenberg.

Immenreuth/Tirschenreuth. (bkr) In der Bilanz über die vergangenen Jahre sah Bernhard Söllner die JU als einzige aktive politische Jugendorganisation im Kreis. Mit 1020 Mitgliedern habe sie die SPD überholt, die unter die 1000er-Grenze gesackt sei, erklärte er in der Mehrzweckhalle. Auch dürfe sich die CSU-Nachwuchsorganisation rühmen, in Bayern den zweitgrößten Kreisverband zu stellen.

Vier Jahre stand der Immenreuther dem Kreisverband vor. Seine Amtszeit zeichnete er mit einer Auswahl der prägnantesten Aktionen nach: Lehrstellenspiegel, Powertage mit der Bearbeitung der Problemfelder von der Kinderkrippe bis zu den Seniorenheimen, Herausforderungen des demografischen Wandels und Bürgermeisterbesuche. Bei den Betrieben wurden Globalplayer im Landkreis ebenso besichtigt und Probleme erörtert wie bei Familienbetrieben. Bei der Kommunalwahl seien fast alle Ziele erreicht worden. Söllner bedauerte lediglich, dass die CSU den Landratssessel nicht zurückerobert habe. Über die "Boygroup" schafften es er und Mario Rabenbauer auf der CSU-Liste in den Kreistag zu kommen. Weitere JU-Mitglieder stießen über die Zukunftsliste dazu. "Die Kommunalwahlen waren von A bis Z ein großer Erfolg", resümierte Söllner.

Sehr früh sei über Pressemeldungen das Thema Starkstromtrasse aufgegriffen worden. Lob zollte er den Bürgerinitiativen: "Es zeigt, dass es sich lohnt, sich als Bürger einzusetzen, auch wenn man meint, man tritt gegen Windmühlen an." Breite positive Resonanz erzeugte die Stellungnahme gegen die "kuriose" BR-Fernsehsendung "Schöne Oberpfalz".

1000er-Marke halten

21 Ortsverbände zählt der Kreisverband, Plößberg ist mit 230 Mitgliedern der stärkste. Zum Ende seiner Amtsperiode stieß der scheidende Vorsitzende noch eine Werbekampagne an. Ziel ist es, die 1000er-Marke zu halten. Für Bernhard Söllner kam aus Altersgründen die Zeit, Adieu zu sagen. Das tat er mit der Aufforderung, sich mehr mit dem politischen Gegner zu beschäftigen.

Die Junge Union sei eine bunte Mischung von Mitgliedern. Sie würden die Region beleben und bewegen, stellte Roland Grillmeier fest, der auch die Neuwahlen leitete. Es sei bemerkenswert, wenn sich junge Leute mit der Landkreispolitik beschäftigen und aktiv mitgestalten, sagte Hausherr Bürgermeister Heinz Lorenz. Er wünschte weiter gute Ideen. Die JU gebe dem Landkreis Arbeitsimpulse und stelle Weichen, betonte CSU-Kreisvorsitzender Tobias Reiß. Er ermutigte die Jugendlichen, sich aktiv auf allen kommunalen Ebenen zu engagieren.

"Zu gute" Arbeit

Landesvorsitzender Dr. Hans Reichhart aus Jettingen-Scheppach (Landkreis Günzburg) erachtete den Bezirksverband unter Christian Doleschal aus Brand als den aktivsten im Freistaat. Doleschal leiste hervorragende Arbeit im Landesverband und sei der stärkste Lobbyist der Oberpfälzer. Eine ebenso gute, wenn nicht zu gute Arbeit, bescheinigte er Tobias Reiß. "Sein massiver Einsatz in München hat dazu geführt, dass die Stromtrasse nicht zu euch, sondern zu mir kommt."

Die Aufgabe der JU sah Dr. Reichhart darin, die ältere Generation anzustacheln. Der Landesvorsitzende beklagte die neu aufkeimende Ausgabementalität der Landesregierung und forderte auf, die Heimat Bayern mitzugestalten. Den bewussten Kontakt zur Jugend sucht Dr. Alfred Scheidler und wünscht sich mehr junge Leute in der Politik. Dem scheidenden Kreisvorsitzenden Söllner bescheinigte er eine grundehrliche und gradlinige Haltung.

Städte und Gemeinden im Landkreis Tirschenreuth entwickelten sich prächtig, meinte Christian Doleschal. Allerdings hinke dem das Image der Heimat hinterher. Einen Schuldigen fand Doleschal im Landrat. Die vor eineinhalb Jahren versprochene Verbesserung der Homepage sei nicht eingetreten, Facebook sei abgelehnt worden. Doleschal forderte deshalb, die "Amateurhaftigkeit beim Landrat" zu vertreiben.
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