Grundschule des Lebens

Birgit Zant (rechts) und Annemarie Schwägerl (Dritte von links) drücken den städtischen Kindergarten Anton-Ferazin in Roggenstein einen unverkennbaren Stempel auf und geben der Einrichtung ein fröhliches Gesicht. Bild: dob

Die kleinen Mädchen und Buben sind das Herz des Kindergartens. Sie standen am Sonntag im Mittelpunkt der 25-jährigen Jubiläumsfeier des städtischen Anton-Ferazin-Kindergartens.

"Das ist heute euer Tag und ihr seid heute das Wichtigste", freute sich Pfarrer Gerhard Schmidt über die vielen kleinen Gäste in der Pfarrkirche, die als Gemeinschaftsmerkmal stolz ihre grünen Käppis trugen. Die Sonne lachte, als sich der lange Kirchenzug vom Sportplatz aus mit der Jugendblaskapelle unter Leitung von Josef Wolfrath in Bewegung setzte.

Mit den Kindern wurden vor allem Kindergartenleiterin Birgit Zant und Kinderpflegerin Annemarie Schwägerl als "starke Stütze im Hintergrund" willkommen geheißen. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer befand sich als Träger der "segensreichen Einrichtung" ebenfalls unter den Gästen. "Jesus, der als Kinderfreund auf die Menschen zugeht", wählte Pfarrer Schmidt passend das Markus-Evangelium.

Umbau in schwieriger Zeit

Aus den Mädchen und Buben der ersten Stunde des Kindergartens sind mittlerweile Männer und Frauen geworden, Das Gebäude sei damals einer neuen Bestimmung zugeführt worden. In einer schwierigen Zeit übernahm die Stadt die Trägerschaft, damals unter Bürgermeister Franz Pausch. Während der umfangreichen Bauphase - die frühere Schneiderei im Gebäude wurde kindgerecht umgebaut - fanden die Kleinen Zuflucht im Schulhaus Kaimling.

"Danke für die schönen Jahre" setzte der Waldauer Kinderchor unter Leitung von Patricia Schwägerl musikalisch um. Sechs Kinder trugen die Fürbitten vor, die in der Gedenkfürbitte von Zant für die verstorbenen Kinder Daniel Bücherl und Florian Forster mündeten. In ihrem Grußwort am Ende der Gottesdienstfeier drückte sie ihre große Freude über die vielen Besucher aus. Im Dezember 1989 zog der Stadtrat erstmals einen Kindergarten im Ortsteil Roggenstein in Erwägung. 1990 fiel der Startschuss zum provisorischen Umbau. Nach sechswöchigem Umbau startete im Oktober der Betrieb. 20 Kinder wurden zu Beginn betreut. Die große Umbauphase erfolgte zwei Jahre später. Im Juli 1993 wurde der Kindergarten feierlich eröffnet. "Das Projekt ist gelungen", stand damals über Zants Eröffnungsrede.

Bis 1995 stiegen die Anmeldungen stetig und es waren 32 Kinder in der Gruppe. 1996 stieg die Zahl der Kinder auf 37 und deswegen wurde der Turnraum für eine zweite Gruppe umfunktioniert. Bis 2003 wurde der Kindergarten zweigruppig geführt. Seit 2004 ist der Anton-Ferazin-Kindergarten wieder eingruppig. Die Erzieher sind froh, ihren Bewegungsraum wiedergewonnen zu haben.

Bewegung sehr wichtig

Im Februar 2011 wurde die städtische Einrichtung sogar bayernweit als erster Kindergarten als Bewegungskindergarten zertifiziert, erinnerte Zant stolz. "Leitziel unserer pädagogischen Bemühungen ist der beziehungsfähige, werteorientierte, schöpferische Mensch, der sein Leben eigenverantwortlich gestalten und den Anforderungen in Familie und Gesellschaft gerecht werden kann". In den 25 Jahren waren 21 Mitarbeiter im Kindergarten beschäftigt, davon wurden 17 Praktikanten ausgebildet. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer bezeichnete den Kindergarten "als Grundschule des Lebens", der wichtige Aufgaben im Interesse der Familien und der Gesellschaft erfülle. "Hier sind die Kleinen das Größte", unterstrich das Stadtoberhaupt. Das frohe Kinderlachen und ihr lebhaftes Herumtollen seien der schönste Beweis, dass sich die Kinder ausgesprochen wohlfühlen. Nicht zuletzt seien dies die Verdienste von Zant und Annemarie Schwägerl.

Der Kindergarten Roggenstein stehe für eine familiäre Situation, in der der Erziehungs- und Bildungsauftrag mit viel Liebe und Leidenschaft wahrgenommen werde. Die Einrichtung genieße einen hervorragenden Ruf. Am Ende seiner Rede äußerte der Bürgermeister noch viele gute Wünsche für die Zukunft.
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