Grundwasser: Gift muss raus

Mehrere tausend Kilogramm an Schadstoffen hat die Anlage zur Sanierung der Bodenluft auf dem früheren Betriebsgelände der Firma Bulag bereits herausgefiltert. Jetzt erachtet das Landratsamt zusätzlich eine Anlage zur Sanierung des Grundwassers als nötig.

Das gab am Dienstag Pressesprecherin Christine Hollederer bekannt. Die Belastung des Grundwassers vor allem durch chlorierte Kohlenwasserstoffe bzw. leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe ist seit 2004 nachgewiesen. Als Verursacher gilt die Reinigung Novetta, die auf dem Bulag-Gelände (Bahnhofstraße 2) betrieben wurde.

Nach mehrjährigen Erkundungen hatte das Landratsamt 2009 auf dem Gelände eine Anlage zur Sanierung der Bodenluft installiert. Sie sollte laut Hollederer "einer Schadstoffverfrachtung in tiefere Bodenschichten entgegenwirken". Neue Erkundungen belegten aber auch eine Belastung des Grundwassers. Ihr rückt das Landratsamt nun mit einer "Strippanlage" zu Leibe. Dort rieselt das Wasser über Füllkörper nach unten, während ihm Luft entgegengeblasen wird. Die leichtflüchtigen Lösemittel gehen dadurch vom Wasser in die Luft über - sie werden "ausgestrippt". Bei Bedarf muss die Abluft mit Aktivkohle gereinigt werden.

Diese Grundwassersanierungsanlage wird laut Hollederer auf dem Gelände der Polizeiinspektion errichtet. Angeschlossen sind acht Grundwasserpegel über eine neue Druckleitung. Zudem wird eine Druckleitung zum Ableiten des gereinigten Grundwassers zum Regenwasserkanal im Neumühlweg erforderlich. Der Bau beginnt im März und soll bis Ende April dauern. Die Kreisstraße 42 zwischen Bahnhofstraße und Neumühlweg wird während der Arbeiten halbseitig gesperrt sein. Die Parkplätze im Baubereich fallen weg.

Das Planungsbüro Protect Umwelt GmbH & Co.KG aus Sulzbach-Rosenberg überwacht die Sanierung. Ihre Kosten dürften laut Hollederer im Bereich von einer knappen halben Million Euro liegen. Zuschüsse erfolgen durch die Gesellschaft für Altlasten in Bayern.
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