Gut, dass die Kirche noch im Dorf ist

So muss das Kapellenfest in Altmannshof sein: Bestes Wetter, volle Sitzbänke und ein Gottesdienst unter freiem Himmel - mitten in der Ortsdurchfahrt. Bild: gfr

Froh sei er, dass die Sonne scheine, gestand Pfarrer Dominik Mitterer gestern beim Kapellenfest in Altmannshof: Im vergangenen Jahr hatte er für heuer besseres Wetter versprochen. Mit Gottes Hilfe, meinte Mitterer, habe er diese Zusage einhalten können.

Seit 130 Jahren gibt es die kleine Dorfkapelle in Altmannshof. Vor Jahren wäre sie fast dem Straßenbau zum Opfer gefallen. Ortsansässige aber hatten sie tapfer verteidigt - und selbst Bürgermeister Franz Birkl vertrat damals den Standpunkt, dass man die Kirche im Dorf lassen solle.

Anno 1885 haben Katharina und Johann Gehring, Müllerseheleute zu Altmannshof, die Kapelle erbauen lassen, unterstützt durch "milde Beiträge" der Wirtswitwe Katharina Fuchs. Bei der 125-Jahrfeier vor fünf Jahren unterstrich Landrat Richard Reisinger, es wäre ein großer Fehler gewesen, das Kirchlein abzureißen.

Jedes Jahr nun feiert Altmannshof, der geografische Mittelpunkt des Landkreises Amberg-Sulzbach, sein Kapellenfest. Dafür wird der Ort zur Partymeile erklärt und der Durchgangsverkehr daraus verbannt. Gestern erinnerte Pfarrer Dominik Mitterer daran, dass 2014 witterungsbedingt keine rechte Stimmung aufkommen wollte, er aber fürs nächste Mal angenehme Temperaturen versprochen habe. Die Kapelle in Altmannshof und der Platz davor seien kein toter Raum: Hier würden Ortsansässige, Wanderer und Radler oft Halt machen für ein kurzes Gebet.

In seiner Predigt sagte Mitterer, dass es nicht reiche, Gutes zu tun oder Flüchtlinge aufzunehmen, um wahrer Christ zu sein, denn auch Heiden würden Gutes tun. Zum Christsein gehöre der Glaube, dass Jesus Christus gestorben und auferstanden sei und damit die Menschheit erlöst habe.

Der Pfarrer von St. Michael betonte, dass jeder sein Kreuz zu tragen habe, der an den Tod Jesu und seine Auferstehung glaube. Bereits von seinen Jüngern habe der Gottessohn gefordert, dass jeder sein eigenes Kreuz trage und ihm nachfolge. Aus ihrem Glauben heraus wüssten Christen, dass sie auf ihrem Kreuzweg nicht alleine sind, denn Jesus trage Schwächen und Begrenztheiten des Lebens mit, um allen den Rücken zu stärken. Zusammen mit Pfarrer Wolfgang Lehmann aus Berlin zelebrierte Mitterer den ausgesprochen gut besuchten Gottesdienst beim Kapellenfest, bevor alle ins Festzelt wechselten.
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