Gut genug für 30-Meter-Pass

Hoch und weit - der Kombinationsfußball blieb im Bayernligaderby zwischen der SpVgg SV Weiden und dem FC Amberg weitgehend auf der Strecke. Den schlechten Platzverhältnissen geschuldet, meinten die Trainer. SpVgg-SV-Vorsitzender Kurt Haas ist anderer Meinung: "Der Platz ist nicht schlechter als andere in der Bayernliga." Bild: A. Schwarzmeier

Umkämpft war das Bayernliga-Derby ganz bestimmt. Und spannend auch. Aber Amateurfußball auf Top-Niveau boten weder die SpVgg SV Weiden noch der FC Amberg. Nach Schlusspfiff war der Grund schnell gefunden: Spieler und Trainer klagten massiv über miserable Platzverhältnisse. Eine Beschwerde, die SpVgg-SV-Boss Kurt Haas so nicht stehen lassen will.

Weiden. (af) Viele der rund 2100 Zuschauer, darunter nicht nur der Weidener Vorsitzende, hatten sich vom Bayernliga-Spitzenspiel technisch gepflegten und ansehnlichen Kombinationsfußball erhofft. Der blieb aber über 90 Minuten die Ausnahme. "Das Ganze war eher kampfbetont", bilanziert Kurt Haas. "Manchmal war's auch Hauruckfußball." Seine Erklärung: "Es ging einfach zu verbissen zur Sache."

In der Ursachenforschung für die mäßige Qualität des Spitzenspiels waren die Trainer allerdings etwas anderer Meinung. "Beide Teams haben exzellente Techniker. Schade, dass der Rasen keine Feinheiten zuließ", bedauerte der Weidener Trainer Christian Stadler in der Pressekonferenz. Und FC-Kollege Timo Rost beschrieb das Übel lediglich mit anderen Worten: "Wir wollten Fußball spielen, das war aber auf diesem Platz nicht möglich."

Das missbilligende Urteil vernahm auch Kurt Haas. Zwei Tage später, bei einem Sponsorentermin im Sparda-Bank-Stadion, wollte es der SpVgg-SV-Vorsitzende wissen. Er inspizierte, im Beisein von Erich Dippl (Leiter Platzmanagement), den Stein des Anstoßes höchstpersönlich. "Wir waren uns einig: Auf so guten Plätzen haben wir früher nicht oft gespielt", berichtet Haas, vielleicht etwas überspitzt, von der Begehung.

Klar gebe es "besseren Rasen", natürlich seien auch "Unebenheiten" vorhanden, aber unterm Strich hält Haas die Kritik für ein "Stück weit überzogen. Das werde ich auch unserem Trainer sagen." Der Platz sei "nicht schlechter als andere in der Bayernliga" und bespielbar gewesen. Zumindest soweit, dass man auch "einen Pass über 30 Meter hätte spielen können. Da musste man nicht unbedingt nur nach vorne bolzen." Angesichts der harschen Kritik stellt sich für Haas die Frage, ob mancher nicht ein bisschen "zu verwöhnt" sei: "Wir sind nicht der FC Bayern, der jedes halbe Jahr den Rasen in der Allianz-Arena komplett austauschen kann."

Nachdrücklich verweist der Vorsitzende auf den "beträchtlichen Aufwand", den der Verein für den Unterhalt des Wasserwerk-Geländes betreibt. So kümmert sich ein fest angestellter Platzwart um das gesamte Stadiongelände. "Das ist ein Fulltime-Job und kostet uns viel Geld", betont Haas, um aber auch einzuräumen: "Wir haben nicht die besten Geräte für die Platzpflege. Die können wir uns einfach nicht leisten."

Um den Platz "tiptop" herzurichten, müsse man mächtig Geld in die Hand nehmen. "Einige zehntausend Euro", schätzt Haas. "Die haben wir nicht." Also muss sich der Verein darauf einstellen, dass die Diskussion um die Platzverhältnisse weitergeht. "Das ist bei uns so. An dem Thema scheiden sich die Geister", weiß Haas.
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