Gut versteckt

Der Granitdeckstein - vom ihm steht Konrad Hofmann aus der Rotbühlstraße - dürfte ein Gewicht von zehn Zentner aufweisen. Auf der Oberseite sind drei runde Löcher zu sehen. Diente der Stein einst kultischen Zwecken? Bilder: the (2)

Im Nabburger Raum ist er einmalig: In der Brunnangerstraße versteckt sich eine Brunnenstube aus dem Mittelalter.

Nabburg. (the) Abseits vom Verkehr und etwas versteckt befindet sich in der Brunnangerstraße gleich neben dem alten Feuerwehrhaus in Nabburg ein sehr alter Brunnen, der sogenannte "Brunnanger-Brunnen". Es handelt sich um eine mit schweren Steinplatten gefasste Quelle, die wohl schon seit dem Mittelalter den Bewohnern der dortigen Umgebung frisches Wasser lieferte. Der Brunnen, der auf Stadtgrund steht, wird heute kaum mehr genutzt. Als Trinkwasserspeicher ist er überholt, da das "reine Wasser" heute aus der städtischen Wasserversorgung entnommen wird.

Bis 1953 - so erzählte vor Jahren Fritz Graf dem früheren Kreisheimatpfleger für Archäologie, Ernst Thomann - holten dort die Anwohner Graf, Hierl und Duschner ihr frisches Wasser. Laut Sepp Kiener wurde in dem Brunnen sogar gebadet.

Nicht jeder hatte damals einen Brunnen: Alljährlich traten die Anlieger zur Brunnenreinigung an. Im Inneren des Brunnens befinden sich unter dem klaren Wasser eine Menge Steine. Der seitlich von zwei großen Steinplatten gehaltene Teil des Brunnens ist mit einem riesigen Granitblockstein abgedeckt. Auf der rechten Seite kann man die schwere Eisentür öffnen, während die linke Tür mit zwei starken Eisenbändern gehalten wird. Vor dem Brunnen liegen zwei große Granitplatten. Der Granitdeckstein dürfte ein Gewicht von zehn Zentner aufweisen. Auf der Oberseite sind drei runde Löcher zu sehen. Diente der Stein einst kultischen Zwecken?

"Der Brunnen dürfte in seiner Art heute wohl einmalig in Nabburg und Umgebung sein", so Ernst Thomann. "Ihn zu erhalten und vielleicht sogar unter Denkmalschutz zu stellen, wäre eine lohnende Aufgabe".
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