Halb Eberhardsbühl hört mit

Durch halb Eberhardsbühl klangen die Lieder, als Evi Strehl mit ihrem Jura-Trio auf dem Goglhof den Ton angab.

"Frecka, miserablicher, bringst me dras", bekommt Schneewittchen von Dampfbruder Alfons zu hören. Zur gewohnten Zeit meckert die weiße Ziege auf dem Goglhof nach Futter. Da geht es aber noch hoch her in Eberhardsbühl, denn Evi Strehl ist wieder da.

Ihre Vorfahren waren daheim am Goglhof, und sie kommt immer wieder gern hierher, um zu musizieren: Evi Strehl, ehemalige Kreisheimatpflegerin, arbeitet seit Anfang Februar als Musikredakteurin von "BR Heimat", dem neuen Sender des Bayerischen Rundfunks im Digitalradio.

Zu den Musikanten, die sie dort schon im Studio zu Gast hatte, gehören die Dampfbrüder Theo Helgert und Alfons Gollwitzer aus der Gegend um Waldthurn. Auf den Goglhof bringen sie ihre schönen Diatonischen mit. Dazu gesellen sich die Lokalmatadoren Hans Pirner (Ziehharmonika), Theo Stümpfl (Gitarre) und Evi Strehl an der Zither sowie Rudi Zdarsky (Bass).

Oberpfälzer sind sie alle, aber wenn die Dampfbrüder sagen "Manna, Manna, is dees wos", dann ist ein feiner Dialektunterschied zu hören. Sie kommen aus dem nördlichen Teil des Bezirks.

Küken in Schutzhaft

Trotz Pfingsturlaub, Kirwan und anderen Angeboten freut sich Hausherrin Margarete Jäkel über viele Besucher und über das gute Wetter, hat die Tische mit Fliedersträußen und Farnzweigen geschmückt und die Gluckhenne mit ihren Küken vorsorglich weggesperrt. Die Besucherinnen und Besucher sind bereit zum Singen. Auf Anhieb klappt der Kanon "Es tönen die Lieder". Halb Eberhardsbühl hört mit.

Walzer, Landler, Polka, Schottisch spielt das Jura-Trio auf; mit Couplets - das sind lustige, erzählende Lieder - ernten die Dampfbrüder großen Beifall. "Der Dampf regiert die Welt" behaupten sie, und ihr Künstlername kommt nicht von ungefähr. Denn der Alfons ist ein Sammler alter Bulldogs. Darunter sind auch solche mit Dampf, die er - nach Anmeldung - gerne Besuchern zeigt.

Ofenbank statt Bett

Sie singen und spielen Stücke vom Jander Sepperl, einem bekannten Oberpfälzer Wandermusikanten. Zeitlebens habe er nicht im Bett, sondern auf einer Ofenbank geschlafen, erzählen die Dampfbrüder. Drei Frauen habe er geheiratet und - da von zarter Statur - geklagt: "Wenn i ner a weng gräissa gwen war."

Geschichten, Anekdoten und ganz einfach lustige Lieder: Evi Strehl hat ein buntes Programm zusammengestellt. Das Lied vom "Henna-auch, dem Lumapvöich, des niat rouha kaa" oder das vom "Vogelbeerbaam", bei dem es bei einer Parodie aus dem Fränkischen auch um Klopapier, Rechtsanwalt und Brathering geht. Auch "Hummel Hummel mit Humor" - ein Musikantenlied, das eigentlich gar keinen Sinn hat - gefällt den Goglhof-Gästen.

Zum Geburtstag viel Glück

Für Spannung sorgt ein kleines Ratespiel Evi Strehls, bei dem ein Digitalradio zu gewinnen ist, das Waltraud Paul mit nach Hause nehmen darf. Ein nachträgliches Ständchen darf abschließend nicht fehlen: Evi Strehl hatte tags zuvor Geburtstag.

Hermann Gnahn, der Vorsitzende der Goglhof-Freunde, ist glücklich und dankbar für einen gelungenen Nachmittag. Mit den Liedern vom "Lindenbaum", dem "Schneegebirge" und den "Fünf wilden Schwänen" geht er beschaulich zu Ende.
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