Handball 3. Liga: SV 08 Auerbach von hessischer Offensive völlig überrascht
Zuschauer müssen lange stehen

In ihrem Spiel gegen die MSG Groß-Bieberau/Modau mussten die Handballer des SV 08 Auerbach zum zweiten Mal nacheinander eine deutliche Niederlage gegen ein hessisches Team einstecken. Dabei lagen die Oberpfälzer bereits nach zehn Minuten mit 0:8 zurück, kämpften sich bis auf drei Tore wieder heran und mussten sich am Ende doch der individuellen Klasse des Gastes geschlagen geben. Nach dieser 23:34-Niederlage (11:18) rutschten sie mit nun 5:11 Punkten ab auf Rang 11 in der 3. Liga.

"Wir hatten uns auf eine 6:0-Deckung des Gegners eingestellt und haben uns intensiv darauf vorbereitet, wurden dann aber von der offensiven 3-2-1-Variante überrascht", lautete einer der Gründe von Auerbachs Spielertrainer Tobias Wannenmacher für die erneut herbe Niederlage. Doch auch der eigene Abwehrverband zeigte sich erneut in Geberlaune und ließ die hochklassigen Akteure der MSG Falken immer wieder gut aussehen.

Ganz im Gegensatz zu ihrem Torhüter Andreas Bayerschmidt. Ihn ließen die Blau-Weißen ein ums andere Mal alleine, wodurch er kaum eine Chance hatte, richtig ins Spiel zu finden. "Wir hätten wohl von der offensiven auf die defensive Deckung umstellen müssen, haben aber schon längere Zeit diese Variante nicht mehr intensiv genug trainiert, weshalb es vermutlich wenig gebracht hätte", suchte Tobias Wannenmacher nach weiteren Gründen für vor allem die ersten zehn Minuten des Spieles.

Genau so lange hatte es trotz einer Unterbrechung durch die erste Auerbacher Auszeit nur gedauert, bis sich die Gäste den spielentscheidenden Vorsprung zum 0:8 erworfen hatten. Dabei schienen diese Minuten immer länger zu werden, denn nichts wollte den Gastgebern gelingen. Mehrmals scheiterten sie mit ihren Angriffsversuchen entweder kläglich am Block der Falken oder am gut aufgelegten Benedikt Müller im gegnerischen Tor. Diese Chancen ließen sich die Gäste nicht nehmen und stellten mit schnellen Gegenstoßtoren die Weichen frühzeitig auf Sieg. Die annähernd 450 Zuschauer hielten sich dennoch wacker und warteten fast noch einmal eine Minute länger, bis Philipp Schöttner sie mit dem ersten blau-weißen Tor erlöste und sie sich endlich setzen konnten.

Nun erst schienen die Auerbacher überhaupt im Spiel angekommen zu sein. Endlich bekam die Abwehr ein wenig mehr Zugriff auf die Hessen, Andreas Bayerschmidt konnte einige Bälle entschärfen und der seit Wochen als einziger stabil auf hohem Niveau agierende Andreas Wolf traf ein ums andere Mal, wobei er sich auch immer wieder in kniffligen Eins-gegen-Eins- Situationen durchsetzte. Diesmal war es an MSG-Trainer Ralf Ludwig, die beste Phase der Gastgeber mit der Grünen Karte zu unterbrechen, doch viel brachte diese Auszeit nicht. Auerbach verkürzte den Rückstand innerhalb von fünf Minuten auf 6:9 und hatte nun das Momentum auf seiner Seite. Trotz einer Zeitstrafe gegen Ralph Weiss hielten sich die Oberpfälzer wacker bis zum 8:12, bevor mit Kenny Schramm erneut ein Blau-Weißer das Feld für zwei Minuten räumen musste. "Leider konnten wir die Hochstimmung nicht lange aufrecht erhalten", so Tobias Wannenmacher.

Groß-Bieberau kam zurück ins Spiel und legte bis zu Pause (11:18) den Grundstein für den deutlichen Auswärtssieg. Auch in der zweiten Hälfte gelang es der Wannenmacher-Sieben nicht mehr, näher als auf sechs Tore heran zu kommen. Dennoch gab es für das blau-weiße Publikum auch positive Momente zu bejubeln. Zum einen waren da die beiden einzigen in Normalform agierenden Andreas Wolf und Philipp Schöttner, zum anderen erzielte Nachwuchsspieler Ferdinand Neuß seine ersten beiden Tore in der 3. Liga.

Für die Gäste war das Spiel nun jedoch leicht zu kontrollieren. Trotz aller Bemühungen der Oberpfälzer hielten sie nicht nur den Vorsprung, sondern zeigten ein ums andere Mal ihre individuelle Überlegenheit und ihr spielerisches Vermögen. Dabei erwies sich natürlich auch die Bundesligaerfahrung eines Maximilian Schubert oder eines Felix Kossler als großer Vorteil, in deren Schlepptau Spieler wie Daniel Zele oder Lucas Lorenz ihr Können unter Beweis stellen konnten. In der 54. Minute betrug der Rückstand der Gastgeber erstmals zehn Tore (21:31) und vier Minuten später hatten die Gäste noch einmal um zwei Treffer erhöht.

Den Schlusspunkt setzte wenige Sekunden vor dem Ende der erneut unermüdlich kämpfende Philipp Schöttner mit seinem fünften Tor.
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