Handball: SV 08 Auerbach in typischem Unentschieden-Spiel mit dem glücklicheren Ende - 32:31 ...
"Weiß nicht, warum wir gewonnen haben"

Die Zuschauer in der Helmut-Ott-Halle kamen voll auf ihre Kosten: In einem spannenden Duell zweier Mannschaften auf Augenhöhe setzte sich der SV 08 Auerbach knapp mit 32:31 (16:15) gegen den TV Gelnhausen durch und errang damit seinen zweiten Sieg.

Mit 4:6 Punkten verbleibt der Aufsteiger weiterhin auf Rang neun der 3. Liga Ost. "Wir haben ein typisches Unentschieden-Spiel gesehen", sagte Gelnhausens Trainer Andreas Halman nach der Partie. Bei Teams hatten sich über die 60 Minuten einen ausgeglichenen Schlagabtausch geliefert. Auerbach trat mit den angeschlagenen Andreas Wolf und Philipp Schöttner an. Wolf hatte am Donnerstag abgesagt, sich aber am Freitag dennoch mit Schmerzen durch das Training gequält, um in diesem wichtigen Spiel dabei sein zu können: "Ich kann zwar kaum mehr laufen, aber der Sieg macht vieles wett."

Nach knapp einer halben Minute wuchtete Felix Müller den Ball zum 1:0 ins Netz. Es sollte nicht sein letztes Tor bleiben. "Ich hatte in Hüttenberg gesagt, ich hoffe ja doch, dass es auch wieder bessere Tage geben wird", so der beste Feldtorschütze des Tages. In den ersten zehn Minuten legte Auerbach stets einen Treffer vor, Gelnhausen zog nach. Gingen die Gäste in Führung, glichen die Blau-Weißen umgehend wieder aus.

Es zeigte sich schnell, dass die heimische Abwehr diesmal nicht ganz so stabil war wie zuletzt und dass auch die Torhüter zunächst nicht ihren besten Tag hatten. Vorne scheiterten die Auerbacher immer wieder am guten Julian Lahme im Gelnhausener Kasten. Einzig Maximilian Lux konnte den Torhüter ein ums andere Mal mit seinen sicher verwandelten Strafwürfen überwinden.

Nach gut einer Viertelstunde lagen die Gäste mit 9:6 vorne, ehe sich die Mannschaft von Spielertrainer Tobias Wannenmacher mit einem 4:0-Lauf die Führung zurückholte. Doch die Hessen ließen sich nicht abschütteln und hielten den Abstand bis zur Pause (16:15) bei einem Tor. Das Spiel wurde zusehends spannender mit ständig wechselnden Führungen, aber auch mit Fehlern auf beiden Seiten und "leichten" Toren hüben wie drüben. Mitte der zweiten Hälfte lag Gelnhausen mit 25:23 in Führung, doch auch diesmal zeigte sich der Wille des Gastgebers: Ein Strafwurf von Maximilian Lux und eines seiner beiden Feldtore brachten den erneuten Ausgleich. Das Gegentor der Gäste beantwortete Ralph Weiss mit dem Tor des Tages, als er in größter Bedrängnis auf Zuspiel von Tobias Wannenmacher vom Kreis aus Julian Lahme mit einem Heber überwand.

Die Halle stand Kopf, auch weil die Spannung immer größer wurde. Felix Müller tauchte nun auf fast allen Positionen auf. Einmal traf er von Halblinks, dann wieder versuchte er es von Halbrechts, um im nächsten Angriff von Linksaußen zu werfen. Zwei Minuten vor dem Ende brachte Wolf sein Team in Führung (31:30). Den erneuten Ausgleich beantwortete Felix Müller mit dem Siegtreffer. Die letzte Minute enthielt dann noch einmal fast alles, was der Handball zu bieten hat. Offene Manndeckung, beidseitige Auszeiten, angezeigtes Zeitspiel und eine letztlich den Sieg rettende Parade von Andreas Bayerschmidt.

"Handball kann man nicht erklären", lautete die kurze Zusammenfassung von Tobias Wannenmacher. "Ich weiß nicht, warum wir heute gewonnen haben, warum überhaupt jemand dieses Spiel hat gewinnen müssen. Das Wichtigste für uns sind jedoch die Punkte."
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