Handicap oder Trumpf?

Reinhard Wiesent nannte die 25 Kilometer lange Grenze ein Hemmnis für die Entwicklung eines ganzen Landstriches, Bürgermeister Edgar Knobloch sah dagegen "zwei Seiten einer Medaille". Überwiegen beim Truppenübungsplatz die Vor- oder die Nachteile?

Diese Frage, die Gesundheitsversorgung und die Asylproblematik standen in der Diskussion beim CSU-Sommergespräch mit Finanzstaatssekretär Albert Füracker (wir berichteten) besonders im Mittelpunkt.

Die Vorteile - das Arbeitsplatzangebot im Übungsplatz, die mit der Präsenz der US-Streitkräfte verbundene starke Wirtschaftsleistung und die Pflege von Natur und Landschaft auf dem Gelände - überträfen die Nachteile deutlich, betonte der Grafenwöhrer Bürgermeister Edgar Knobloch. Unterstützung fand er bei Klaus Lehl: "Als Drehscheibe der US Army ist Grafenwöhr gut ausgelegt." Dies bedeute einen enormen wirtschaftlichen Vorteil.

Korbinian Dunzer verwies auf das hohe Gut der Gesundheit und erinnerte daran, dass mit Geld alleine keine Ärzte gefunden werden könnten. Dieser Auffassung stimmte Albert Füracker uneingeschränkt zu und warb für verbesserte Arbeitsbedingungen der Mediziner auf dem Land: "Eine Dauerbereitschaft von 24 Stunden täglich an 7 Tagen in der Woche ist Geschichte", erklärte er. "Ärzte haben wir viele", es gebe aber ein Verteilungsproblem, habe er beobachtet. In der Einrichtung von Filialpraxen sah er einen Ansatz zur Problemlösung.

Als "Heuschrecken-Syndrom" bezeichnete Reinhard Wiesent die Taktik von Investoren, billige Immobilien aufzukaufen und dann zu Asylunterkünften umzunutzen. Der Staatssekretär sah durch die dramatische Zunahme an Flüchtlingen in den nächsten zwei Jahren auf den Staat und damit auch auf die Steuerzahler eine gewaltige Kostenflut von geschätzt 2,5 Milliarden Euro zukommen.

Das Aufkommen an Asylbewerbern einzudämmen sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, betonte Füracker, um dann aber einschränkend festzustellen: "Wir können nicht die ganze Armut der Welt bewältigen." Weitere Diskussionsbeiträge betrafen die Energiewende. Dabei wurde ein realistischer Energiemix gefordert.
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