Hans Schuierer Träger des international vergebenen "Nuclear-Free Future Award"
Mutig Widerstand geleistet

München/Schwandorf. (hou) An diesem Abend wurden in München viele Erinnerungen wach: Auseinandersetzungen am WAA-Bauzaun, mutige Reden von Landrat Hans Schuierer und ein Gerichtssaal, in den man den heute 83-Jährigen damals holte, um seine Amtsenthebung zu betreiben. Hans Schuierer ist seit Freitag Träger des international vergebenen "Nuclear-Free Future Award".

Die Franz-Moll-Stiftung vergibt die Auszeichnungen jährlich an Personen und Institutionen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, gegen die Kernkraft einzutreten. Hans Schuierer habe dies mit allem Nachdruck getan, sagte Laudator Heribert Prantl. Als gebürtiger Oberpfälzer, so sagte der Autor, Journalist und Jurist, sei es ihm eine Ehre, Schuierers Lebenswerk zu würdigen. Prantl erinnerte daran, welche Anstrengungen Schuierer unternahm, als im Taxöldener Forst bei Wackersdorf ein gigantisches Atomprojekt entstehen sollte. "Er verweigerte die Baugenehmigung, demonstrierte zusammen mit seine Frau Lilo und unterstützte Menschen beim Bau eines Hüttendorfes." Prantl wurde noch deutlicher. "Für die CSU-Staatsregierung galt die WAA als Teil der bayerischen Staatsräson", ließ der Laudator anklingen. "Aber Schuierer war ein mutiger Mann." Er habe sich widersetzt. Selbst dann noch, als man wegen ihm ein sogenanntes "Selbsteintrittsrecht des Staates" geschaffen und er sich in einen Gerichtssaal begeben musste, "wo er diszipliniert werden sollte."

"Hans Schuierer beherrscht die großen und die kleinen Formen des Widerstands", sagte Prantl in Gegenwart des Münchener Oberbürgermeisters Dieter Reiter. Von daher könne man bei der Beschreibung von Schuierers Person feststellen: "Ein Pionier des Ausstiegs aus der Atomkraft."
Weitere Beiträge zu den Themen: Lea (13792)Oktober 2014 (9311)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.