Hartls Hattrick in der Schlagzeile

Einen einmaligen Erfolg in der Vereinsgeschichte feierte die 1. Mannschaft des ASV Michelfeld 1980, als sie die Auerbacher Stadtmeisterschaft gewann. Zum Team, das damals in Welluck triumphierte, gehörte Erhard Raß (stehend, Dritter von rechts). Repro: obl

Erhard Raß ist mit 928 Spielen im Herrenbereich der Rekordfußballer des ASV Michelfeld. 609 Partien bestritt er in der "Ersten", 27 in der "Zweiten" und 292 bei den Alten Herren. Kürzlich feierte er seinen 60. Geburtstag. Im Gespräch mit unserer Zeitung schwelgt er in Erinnerungen.

Er war in den 70er, 80er und noch Anfang der 90er Jahre ein gefürchteter Stürmer im Pegnitzgrund. Mit Georg Schraml und Siegfried Raß bildete Erhard "Hartl" Raß ein starkes Offensivtrio. Heute würde man sie vielleicht das magische Michelfelder Dreieck nennen.

Der Thurndorfer spielte im Jugendbereich beim SC Glückauf Auerbach und wechselte nach seiner Bundeswehrzeit mit 23 Jahren zum ASV Michelfeld. 13 Jahre lang kickte er in der 1. Mannschaft. Nach seiner aktiven Zeit trainierte er die C-, B- und A-Junioren seines Vereins.

SRZ: Welche Ihrer über 900 Spiele im Herrenbereich des ASV Michelfeld sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben und warum?

In meinem ersten Spiel 1976/77 in der damaligen B-Klasse gegen den Meisterschaftskandidaten FC Ottensoos stand ich in der Startelf, und mir sind beim 3:3 zwei Super-Tore gelungen. Viele Lokalderbys gegen den ASV Auerbach und ASV Pegnitz bleiben in Erinnerung.

Welcher Erfolg in Ihrer Fußballer-Karriere - sei es als Spieler oder als Trainer - war für Sie am schönsten?

Der Titelgewinn bei der Auerbacher Stadtmeisterschaft 1980 war damals eine Riesenfreude und gigantisch. Markant war 1977 der Aufstieg in die A-Klasse, die vergleichbar mit der jetzigen Kreisliga ist. Damals sind wir mit zwei Bussen aus Michelfeld zum ersten Saisonspiel beim FC Röthenbach gefahren.

Wie halten Sie es heute mit dem Sport?

Ich bin fit, spiele Tennis, fahre Ski und bin bei der AH in Michelfeld im Training dabei.

Welche Trainer haben Sie geprägt, und welche Spieler waren früher für Sie Vorbilder?

Trainer Gerd Geismann. Er hat versucht, neue Dinge einzuführen. Der Merkl Sepp war im Verein Vorbild aufgrund seiner Spielart. Der Schober Johnny aus Auerbach war ein sehr guter Fußballer, an dem man sich etwas orientiert hat.

Was war die größte Zuschauerzahl, die Sie als aktiver Spieler auf dem Platz erlebt haben? Wieviele Tore haben Sie in einem Spiel geschossen?

Beim ASV Auerbach das Lokalderby, das war immer ein Zuschauermagnet. Da war halb Michelfeld in Auerbach, etwa 500. Gegen den SK Heuchling habe ich mal mit einem Hattrick drei Tore geschossen, und in einer Tageszeitung stand dazu eine Überschrift. Mit dem Polster Kare als Vorlagengeber war es schon eine tolle Zeit. Ich war aber auch eher der Vorbereiter.

Was denken Sie über die heutige Generation Fußballer?

Allgemein ist der Fußball athletischer und schneller geworden. Technik und Raffinesse bleiben im Hintergrund. Es wird sehr viel gelaufen. Mit schönen Spielzügen wird gegeizt. Die Kameradschaft wird auf eine andere Weise gepflegt. So etwas wie früher gibt es überhaupt nicht mehr.
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