Hass geschlossen entgegentreten

Die Wut gegen Flüchtlinge und die Politik sei gepaart mit Hass. Diese unheilvolle Entwicklung thematisierte Pfarrer Manuel Sauer am Kriegerdenkmal. Um dem Einhalt zu gebieten, sei jeder Einzelne in der Verantwortung.

Wildenreuth/Grötschenreuth. (njn) Es fielen "alle Hemmungen, die Menschenwürde wird mit Füßen getreten", erklärte der Seelsorger nach dem Gottesdienst in der St.-Jakobus-Kirche. Als Beispiele nannte Pfarrer Sauer die Hasstiraden im Internet, brennende Asylunterkünfte, die Messerattacke auf die OB-Kandidatin in Köln und ganz aktuell den Terrorakt in Paris.

"Wir müssen einen festen Standpunkt gegen den Hass auf Demokratie, den Hass auf Ausländer und Flüchtlinge haben." So etwas dürfe es einfach nicht geben. Ängste und Sorgen dürften nicht in Gewalt ausarten. "Wir leben in einer wehrhaften Demokratie." Die Verantwortung sollte nicht alleine der Politik überlassen werden. Vielmehr sollten Bürger geschlossen Menschen mit Wut und Hass entgegentreten. "Denn ich möchte auch in Zukunft in einem Land leben, auf das ich stolz sein kann."

"Sämänner unterwegs"

Zweiter Bürgermeister Johannes Reger verwies auf die Millionen Opfer aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Angesichts der Ausländerfeindlichkeit und der Kriege in der Welt, insbesondere des IS-Terrors in Syrien, merkte er an, dass "die Sämänner des Hasses" unterwegs seien. "Dem müssen wir uns entgegenstellen", forderte Reger auf. Demokratie beginne in der Familie und im täglichen Miteinander. Mit Pfarrer Sauer legte er einen Kranz nieder. Die Feier gestaltete der Kirchen- und Posaunenchor musikalisch.

In Grötschenreuth prangerte Feuerwehrvorsitzender Klaus Hanauer das sinkende Interesse der Menschen an diesem Gedenktag an. "Der Krieg ist lange her, und es gibt immer weniger Menschen, die dies miterlebt haben." 55 Millionen Tote im Zweiten Weltkrieg seien eine unvorstellbar hohe Zahl, stellte er am Kriegerdenkmal fest. "Beinahe die gleiche Anzahl ist heute, 70 Jahre später, weltweit auf der Flucht." Ursachen seien Diktaturen und religiöse Konflikte. "Für viele in den Krisen- und Kriegsgebieten ist die Genfer Konvention ein Fremdwort." Hanauer nahm auch Bezug zum jüngsten Terroranschlag am Freitag in Paris. Der Vorsitzende rief dazu auf, die Ursachen zu bekämpfen.

Lektion gelernt

Zweiter Bürgermeister Reger spannte den Bogen vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Zweiten Weltkrieg. "Europa hat seine Lektion aus kriegerischen Auseinandersetzungen gelernt." Mit Hanauer legte er einen Kranz nieder. Mit einem Rosenkranzgebet in der Kapelle zu unserer Lieben Frau am Drahthammer und einem Fackelzug hatte die Feierlichkeit begonnen.
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