"Hauruck" ohne Eile

In aller Ruhe verrichteten die Kirwaburschen ihre Arbeit - schließlich mussten zwischendurch ausreichend Kraft und Flüssigkeit getankt werden. So dunkelte es bereits, als der Kirwabaum auf dem Platz vor der Gaststätte Wolfrum in der Senkrechten stand. Bild: rn

Viele Jahre lag die Eschenbacher Kirchweih im Dornröschenschlaf. Am Donnerstag wurde sie "wachgeküsst". Die Aufgabe des "Märchenprinzen" übernahm der Kirwa-Verein.

Dessen Geburtsstunde schlug im Mai: 40 traditionsbegeisterte junge Leute schlossen sich zusammen und stellten damit die Weichen für eine Wiederbelebung der Kirchweih. Als Vereinslokal wählten sie die Gaststätte Wolfram neben der Mariensäule.

Das Aufstellen eines Kirwa-Baumes betrachteten sie bei der Premiere als Pflichtaufgabe. Der Zufall wollte es, dass bei der Aufstellung der Kirwaburschen und -moidla sowie der "Schousters Banausen" aus Neuhaus an der Pegnitz beim alten Feuerwehrplatz zum Kirwazug die Kirchenglocken läuteten.

"Banausen" spielen auf

Den Einzug auf den Marienplatz sicherte die Feuerwehr ab. Auf der Grünanlage vor der Gaststätte Wolfram hatten bereits Tage zuvor Mitarbeiter der Firma Dunzer-Bau ein Betonrohr eingelassen, das den von der Stadt zur Verfügung gestellten Baum aufnehmen sollte.

Vor großer Zuschauerkulisse wuchteten die Kirwaburschen den Baum in die Höhe - und zwar ohne Eile. Schließlich gab es viele "Rast- und Tankpausen" einzulegen, in denen die drei Neuhauser "Banausen" aufspielten. Nicht fehlen durften die bekannten Kirchweih-Rufe.

Spende der Stadt

Die letzten "Hauruck"-Aktionen verfolgten auch Bürgermeister und Stadträte. Deren Sitzung war bewusst kurz gehalten worden. Bürgermeister Peter Lehr dankte Eschenbachs jüngstem Verein für seine Initiativen und bescheinigte den jungen Mitbürgern: "Euer Engagement trägt dazu bei, dass die Kirchweih der Rußweiherstadt neu belebt wird und das gesellschaftliche Leben eine Bereicherung erfährt." An Vorsitzenden Sebastian Wohlrab überreichte er eine Spende.

Reger Kirchweihbetrieb entwickelte sich am Schankwagen neben der Mariensäule und in den beiden Zelten vor der Gaststätte Wolfram, wo Krenfleisch lockte. Die "Schousters Banausen" waren für den musikalischen Teil der Veranstaltung zuständig. Einen Auftritt hatten auch die "Schenkel-Zinterer" aus Schwarzenbach, die ihre Lieder - traditionell und Pop - mit ihrer eigenen Art des Plattelns begleiteten. Der erste Kirwa-Abend entwickelte sich zu einer langen Nacht.
Weitere Beiträge zu den Themen: Eschenbach (13379)September 2014 (8406)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.