Haus mit Zukunftsperspektive

"Lebensrad" mit Symbolcharakter: Die ehemalige Asklepios-Klinik ist nun "Gesundheits- und Betreuungszentrum". BRK-Kreisvorsitzender Volker Liedtke (rechts) und Geschäftsführer Alfred Braun erläutern das Konzept. Bild: Völkl

Manch schlaflose Nacht hatte BRK-Kreisgeschäftsführer Alfred Braun: Aus dem Pool an Ideen ist das "Gesundheits- und Betreuungszentrum Nabburg" des BRK-Kreisverbandes Schwandorf geworden. Offiziell geht die Trägerschaft der ehemaligen Asklepios-Klinik Nabburg am 1. Oktober auf das BRK über.

Nabburg. (cv) Kreisvorsitzender Volker Liedtke und Geschäftsführer Alfred Braun skizzierten auf NT-Nachfrage die Konzeption. Altlandrat Volker Liedtke war die Freude anzusehen, dass nach "vielen schweren Stunden und Sorgen", die ihm die Krankenhaussituation als Landrat bereitete, der Kreisverband "jetzt für eine zukunftsträchtige Lösung mitverantwortlich sein kann". Liedtkes Dank galt seinem Amtsnachfolger Thomas Ebeling und der Stadt Nabburg für die Unterstützung, ebenso Asklepios für die Abgabebereitschaft. Man stehe kurz vor der notariellen Beurkundung. Das Gebäude werde ein Gesundheits- und Betreuungszentrum für die Bevölkerung in Nabburg und weit darüber hinaus. Wertvolle Synergieeffekte ergäben sich mit dem Nabburger BRK-Seniorenheim "Arche Noah".

Sozialstation zieht ein

Das Haus umfasst rund 6000 Quadratmeter. Im Untergeschoss mit den Versorgungseinrichtungen wird sich wenig ändern. Dafür im Erdgeschoss. Der Eingang bleibt. Neben der Physiotherapiepraxis Braun und der Arztpraxis von Dr. Rüdiger Krause wird in freien Räumen künftig die BRK-Sozialstation Nabburg untergebracht, die im Seniorenheim "Arche Noah" sehr beengt war. Das zehnköpfige Team hat 60 Quadratmeter zur Verfügung. Hausnotruf, Essen auf Rädern - das frühere Krankenhaus mit Parkplätzen und günstiger Verkehrsanbindung ist ideal dafür. Neben der Sozialstation verfügt der Notarztstandort Nabburg über je ein Zimmer für Notarzt und Fahrer. Übrigens denkt man daran, auf dieser Etage den Küchenbereich wieder zu ertüchtigen.

Im ersten Obergeschoss werden wie auf allen Etagen die bestehenden Mietverhältnisse - insgesamt 13 - übernommen: die Orthopädiepraxis Dr. Dieter Keith, die Chirurgiepraxis Dr. Karl-Heinz Deckert mit OP-Räumen - beide nutzen auch gemeinsam den Röntgenbereich - Medizingeräte Heinen und Löwenstein und Medizintechnik Müller. Zwei Büros nutzt der Ärztliche Kreisverband. Noch frei ist der frühere Herzkatheterbereich.

Offene Gruppe

Das zweite Obergeschoss ist ausschließlich dem "Haus St. Johannes" vorbehalten. Derzeit ist die geschlossene gerontopsychiatrische Station auf 30 Betten ausgelegt, doch im Versorgungsvertrag gibt es elf nicht genutzte Plätze. Im noch leerstehenden Bereich entsteht eine offene, beschützende Gruppe, nachdem die "Arche Noah" schon Wartelisten hat. "Das Haus St. Johannes möchte sich öffnen", betont Alfred Braun angesichts sich wandelnder Betreuungsmodelle. Wie das Verhältnis von offener und geschlossener Gruppe aussieht, wird der Bedarf ergeben. Anmeldungen sind bereits möglich. 41 Bewohner - das heißt auch mehr Personal. "Wir brauchen auch Auszubildende", betont Alfred Braun. Synergieeffekte werden sich ab Februar versorgungsmäßig mit der "Arche Noah" ergeben: Deren viel gelobte Küchenmannschaft beliefert dann auch "Haus St. Johannes".

Im dritten Obergeschoss werden Dr. Jürgen Herold und Dr. Armin Kaa die Fläche des Schlaflabors verdoppeln. Einen Teil der dann noch zur Verfügung stehenden Räume will das BRK für Tagespflege anbieten. "Der Bedarf ist da", so Braun. Entstehen werden zudem fünf bis sechs Appartements mit Küchenzeile. Senioren können sich ins "Betreute Wohnen" einmieten, zusätzlich eine große Küche und das Pflegebad nutzen. Die Mieter können auf das Angebot der Sozialstation - hauswirtschaftliche Hilfe oder Hausnotruf - zurückgreifen. "Jeder kann aber seinen Pflegedienst frei wählen", betont Braun.

Guter Bauzustand

Zu den Investitionen nur soviel: Es werde Verbesserungen und Schönheitsreparaturen geben, doch angesichts des guten baulichen Zustandes des Hauses "planen wir in absehbarer Zeit keine spektakulären großvolumigen Investitionen", so Volker Liedtke. Alfred Braun ist die Freude anzusehen, dass das Projekt "eingetütet ist". In nur einem Jahr ein Vorhaben dieser Dimension schultern - an Engagement krankt es nicht.
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