Haus voll Glanz und Gloria

Der Anblick ist vertraut, und dennoch ist sie kaum wiederzuerkennen. Hoch, hell und imposant der erste Eindruck, wenn man den frisch sanierten Innenraum der Pfarrkirche St. Johannes in Auerbach betritt.

Der Geruch von Holzpolitur und Farbe liegt in der Luft. Schön schimmern die frisch eingeölten Holzdielen, auf denen das historische Laiengestühl installiert ist, und das nach der Aufbereitung kaum wiederzuerkennen ist. Die hohen Decken erstrahlen in weiß, verdeckte Lichter setzen Akzente, bringen die gereinigten Altarumrandungen in Gold zum Glänzen. Das Gerüst im Presbyterium ist abgebaut, der Blick kann ungehindert zum Hochaltar mit seinem reichen Schmuck wandern, lediglich das Altarbild ist noch verhängt.

Das Summen eines Industriestaubsaugers ist das einzige Geräusch, das daran erinnert, das hier noch vor kurzem unter Hochdruck gearbeitet wurde. Kirchenpfleger Wilhelm Schelz erläutert die Arbeiten, die abgeschlossen wurden. "Alle Arbeiten am Hochaltar und an den beiden großen Seitenaltären, dem Verkündigungsaltar und Corporis-Christi-Bruderschaftsaltar sowie der Annakapelle sind beendet. Die Altarpodeste in diesen Bereichen sind angebaut, hier hängen noch die "Frisch gestrichen"-Schilder. Die Statuen der Diözesanheiligen Heinrich und Kunigunde sind gereinigt, das Gerüst im Presbyterium abgebaut.

Stimmung der Orgel

Die Einrüstung der Orgel wurde noch gemacht, damit die Sanierung des Orgelprospektes in Angriff genommen werden kann. Die Stimmung der Orgel ist in Arbeit. Eine Reinigungsfirma übernimmt die Grundreinigung der nun benutzbaren Teile der Kirche.

Damit sind Presbyterium und Schiff soweit fertig, dass ab heute Abend wieder Gottesdienste gefeiert werden können. Bereits der Vorabendgottesdienst um 18 Uhr ist heute "ungefährdet". Am Sonntag können sich bei einer festlichen Hubertusmesse um 10 Uhr die Gläubigen davon überzeugen, dass sich die Arbeiten gelohnt haben. Anfang 2013 begann die Innensanierung. Zunächst wollten die Verantwortlichen noch Gottesdienste auf der Baustelle feiern, aber sie sahen schnell ein, dass dies nicht möglich ist. Seitdem versammelten sich die Kirchgänger zur Messe in St. Helena am Friedhof.

Wilhelm Schelz freut sich besonders über die gelungene Sanierung. Hunderte von Stunden hat er selbst in die Begleitung der Arbeiten investiert. Er kennt jede Reparatur und weiß, wer gerade wo im Einsatz ist. Auf die Frage nach den Kosten kommt es wie aus der Pistole geschossen: "1 652 000 Euro", versehen mit dem Zusatz: "Wir bleiben im Kostenrahmen." 2008 begann die Sanierung an der Außenseite. Das marode Dach wäre wohl früher oder später eingestürzt. 1,05 Millionen Euro kostete diese Maßnahme. 2009 folgte der Kirchturm. Er gehört der Stadt, die 480 000 Euro berappte.

Große Unterstützung

Mit vielfältigen Aktionen bat die Pfarrei um Spenden und fand Gehör, wie Schelz erklärt. "Vor allem die ärmeren und gering verdienenden Menschen haben uns unterstützt", fiel ihm auf. Rund 317 000 Euro gaben Gläubige bis heute für die Sanierung der Pfarrkirche.
Weitere Beiträge zu den Themen: Auerbach (9489)November 2014 (8193)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.