Haushaltspegel sinkt deutlich

Das Gesamtvolumen des Haushaltes 2015 des Wasserzweckverbands Kemnath-West sinkt - um 74,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dafür gibt es gute Gründe.

Kemnath. (stg) Es hat zwar diesmal etwas länger bis zur Verabschiedung des Etats gedauert, aber die Zahlen können sich sehen lassen: Der Verwaltungshaushalt weist ein Volumen von 42 700 Euro (Vorjahr 48 000 Euro) auf. Im Vermögenshaushalt sind 3700 Euro (136 400 Euro) eingestellt. Das Gesamtvolumen beläuft sich somit auf 46 400 Euro (184 400).

Verlust deutlich reduziert

Roland Schäffler von der Finanzverwaltung erläuterte dem Gremium um Vorsitzenden Michael Hautmann das Zahlenwerk. Dabei blickte er auf die Haushaltsjahre 2013 und 2014 zurück. Lag vor zwei Jahren der rechnerische Wasserverlust bei 3535 Kubikmeter (11,13 Prozent), so konnte dieser 2014 auf 815 Kubikmeter (2,99 Prozent) reduziert werden. Diese Entwicklung schrieb er der Tatsache zu, "dass im Versorgungsgebiet ein Rohrbruch beseitigt sowie ein weiterer undichter Oberflurhydrant ausgetauscht wurde".

Die 2014 veranschlagten Einnahmen durch die Erhebung eines Verbesserungsbeitrags kamen erst dieses Jahr zur Geltung. Hierfür wurde ein Haushaltseinnahmerest in Höhe von 70 000 Euro gebildet. Derselbe Sachverhalt gilt für die zweite Rate des Investitionskostenbeitrags an die Stadt Kemnath. Hier lag der übertragene Ausgabenrest bei 70 200 Euro.

Zum aktuellen Verwaltungshaushalt führte Schäffler aus, dass die Haupteinnahmequelle die Wassergebühr sei. Bis Ende 2014 sei ein Euro/Kubikmeter netto erhoben worden. Die damals erfolgte Kalkulation führte zu einer deutlichen Anhebung auf 1,40 Euro/Kubikmeter netto zum 1. Januar 2015. Die Reduzierung des Großviehbestandes bei landwirtschaftlichen Betrieben sei im Verbandsgebiet deutlich zu spüren, berichtete Schäffler. Die Verkaufszahlen 2014 sanken gegenüber dem Vorjahr um 1820 Kubikmeter.

Um acht Cent teurer

Das gesamte vom Zweckverband verkaufte Wasser bezieht die Stadt Kemnath. Der Kaufpreis erhöhte sich zum 1. Januar von 0,73 auf 0,81 Euro/Kubikmeter netto. Bei einer kalkulierten Trinkwasserverkaufsmenge von 28 300 Kubikmeter errechnet sich für 2015 somit inklusive eines fünfprozentigen Wasserverlusts eine Wasserbezugsmenge von 29 790 Kubikmeter. Entgegen 2014 kann aus dem Verwaltungshaushalt ein Überschuss von 2900 Euro erwirtschaftet werden, der dem Vermögensetat zufließt.

Das Gesamtvolumen des Vermögenshaushalts reduziert sich deutlich auf 3700 Euro. Bei den Herstellungsbeiträgen zur Wasserversorgungsanlage rechnet Schäffler mit Einnahmen von 800 Euro. Bedingt durch zwei Neubauten in Kötzersdorf und Schlackenhof muss der Zweckverband zwei Wasserhausanschlüsse herstellen. Hierfür werden insgesamt 2000 Euro an Ausgaben eingeplant. Die Beiträge für diese Maßnahmen können erst erhoben werden, sobald die Beitragspflicht entsteht.

Die Sanierung der Aufbereitungsanlage im Wasserwerk der Stadt Kemnath ist abgeschlossen. Der vom Zweckverband zu leistende Investitionskostenbeitrag in Höhe von 117 000 Euro wurde bereits im Haushaltsjahr 2014 komplett mit eingearbeitet. Diese Summe wurde zu 60 Prozent durch einen Verbesserungsbeitrag und zu 40 Prozent durch eine Rücklagenentnahme refinanziert.

Der Wasserzweckverband ist schuldenfrei im laufenden Haushaltsjahr. Schäffler kalkuliert eine Zuführung von 1700 Euro, so dass sich der Rücklagestand zum Jahresabschluss 2015 wieder auf rund 10 000 Euro erhöht.
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