"Hauts eich d' Ranzen voll"

Jörn Seifert mit seiner Tuba führte die sechs Musikanten an. Bilder: sön (2)

Es ist eine Faschingsveranstaltung der besonderen Art, die seit etwa 25 Jahren in Rieden eine alte Tradition wiederaufleben lässt: Das Wurstsuppnfoahrn beim Bärenwirt.

(sön) Auch heuer war der Saal wieder proppenvoll. Zur Einstimmung gab es eine schmackhafte, "ganz ordinäre Wurstsuppn" - und dann kam Leben in die Bude: Sechs urige Musikanten zogen ein. Voran mit seiner Tuba Jörn Seifert, dann der Reindl Toni mit seiner Steierischen und Richard Zapf mit seiner Ziach. "Sei Bua, der Wastl" bearbeitete seine kleine Trommel und Ernst Pilhofer sowie Walter Lochner setzten mit ihren Ziehharmonikas noch eins drauf. Zünftig spielten sie Zwiefache, Bairische, Polka, Walzer und Landler.

So, wie's früher war

"Wir kommen aus der Fern, mir ham ghört, dass gschlacht is worn, beim Bärn" psalmodierte Erhard Richthammer mit der Kraxn auf dem Buckl. Er versprach: "Ihr wollt heut an netten Abend erlebn - wir wollen unser Bestes gebn", aber auch "Des wird a schöner Abend, da wirds toll - hauts eich eire Ranzen voll." Alles war halt so wie früher, wenn zur Hausschlachtung beim Bauern ab und zu, manchmal auch verkleidet, die Wurschtsuppnfahrer, begleitet von einem Quetschnspieler, kamen und mit lustigen Reimen um eine Suppe bettelten. Und wenn der Wursterer nicht aufgepasst hatte und einige Würste platzten, war die erst "so richtig guat."

Ein Stückerl Kesselfleisch mit Sauerkraut oder eine Blut- und Leberwurst dazu, das war das natürlich besonders in schlechten Zeiten für die "Noudign," die ärmeren Leute, ein Fest. Bevor es beim Bärenwirt an die Fleischtöpfe ging, mussten sich die Gäste von Richthammer noch einiges gefallen lassen. "Essts, bis 's eich aufblast die Backen. Aber hört her: D' Tupper-Schüsseln heit nicht auspackn". Über eine Gruppe aus Amberg wusste der Bärenwirt: "Sie kumma aus Amberg, aus der Stod. Man siats eana a, dass koaner wos hot. Aber verlassts eich drauf - wir päppeln eich scho wieder auf."

Für die "heit Noudign"

Er forderte auch alle auf: "Haut eich nur voll und lassts es eich schmecka, dann kinnts eich wieda d' Goschn ablecka." Das ließ sich keiner zweimal sagen, denn für die "heit Noudign" fuhren die Bärenwirts-Hildegard und Jung-Chefin Susanne auf, was sie aus der Sau gezaubert hatten: Saure Lüngerl und Nierchen, Sur- und Kesselfleisch, Ripperl, Schweinebraten, Schnitzel, Fleischpflanzerl, saure und gebratene Würstl, Leber-, Blutwürst und Schweinskopf. Dazu Dotsch, Bratkartoffeln, Kartoffelstampf und Sauerkraut. "Guat wars" waren sich alle nach Durchprobieren und auch Nachfassen einig. Ein Schnapserl zur Verdauung gab's danach und später "das Kalte von der Sau": Presssack-, Schmalz- und Streichwurstbrot. Eine reichhaltige Tombola rundete den Abend ab.
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