Heftiger Streit beim SC Eltersdorf - 478 000 Euro Ausgaben
Bayernliga-Fußball steht auf der Kippe

Vorstände keifen sich an, Mitgliedergruppen brüllen und pfeifen den ersten Vorsitzenden nieder, der Schatzmeister fühlt sich "zum Kasper" gemacht, es wird brüllend gestritten und polemisiert: Die von 127 Mitgliedern initiierte außerordentliche Mitgliederversammlung des Fußball-Bayernligisten SC Eltersdorf hat gezeigt: Der Verein ist total zerstritten.

"Einige Leute haben noch nicht begriffen was hier abläuft. Wir haben hier einen Machtkampf zwischen zwei oder drei Personen, die ihn auf den ganzen Verein übertragen. Wenn wir das nicht begreifen dann ist unser Verein, den ich seit mehr als 30 Jahren schätze, kaputt". Diese Worte eines langjährigen Mitglieds zum Schluss der Mitgliederversammlung fassen eigentlich schon zusammen, wie es momentan um den SC Eltersdorf bestellt ist.

Als Schatzmeister Hans Hörner eine Kürzung der Ausgaben um 25 Prozent zu begründen versuchte, wurde er scharf angegriffen, gab es zahlreiche aggressive Zwischenrufe. Die von ihm genannten Zahlen fand der dritte Vorsitzende Ottmar Lunemann "verwirrend". Er forderte, man solle den 82-jährigen "nicht überfordern".

Mitglieder brüllten in den Saal, weil offenbar ein beim Vorstand eingereichter Antrag nicht bearbeitet worden war, die Bitte um Ruhe ging in den Zwischenrufen unter, die Stimmung kochte. "Ich habe keine Lust in dieser Stimmung meine Freizeit zu verbringen, das ist nicht mehr mein Verein", sprach eine Dame etlichen Mitgliedern aus der Seele. Als "unerträglich" nannte Berlet das Vorgehen von Vorstandsmitgliedern, die in einem Brief an alle Mitglieder geschrieben hatten, der Verein sei "in eine schwere finanzielle Situation" geraten. Ferner steht in dem Brief: "Die vorhandenen Kreditlinien reichen nicht aus um die Zahlungsfähigkeit des Vereins auf Dauer sicherzustellen."

Der zweite Vorsitzende Heinz Peter Fischer hatte ihm zugängliche Zahlen selbst aufbereitet und stellte sie vor. Für das laufende Jahr gibt es demnach Einnahmen in Höhe von 421 000 Euro und Ausgaben von 478 000 Euro. Bis 2007 sei alles gut gewesen, sagte Fischer. Als jedoch der FSV Erlangen-Bruck in die Bayernliga aufgestiegen sei, habe der SC Eltersdorf "sportlichen Ehrgeiz" entwickelt und investiert. Wenn man so weiter mache, "wird es den SCE nicht mehr lange geben". In einem Antrag wurde gefordert, den 1. Vorstand, den Hauptkassier, den Abteilungsleiter Fußball und den sportlichen Leiter der ersten Mannschaft in Schuldhaftung zu nehmen, weil sie für die Fehlentwicklung der letzten Jahre verantwortlich seien. Auch diesen Antrag ließ Berlet trotz heftiger Proteste nicht zu.

Die Versammlung entschied aber, alle Abteilungen und insbesondere die erste Fußballmannschaft durch einen Steuerberater überprüfen zu lassen. Es klang durch, dass es womöglich bald keinen Bayernligafußball in Eltersdorf geben werde, weil die Mannschaft zu teuer ist.
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