Heimatpfleger Josef Schmaußer lässt alte Bräuche rund um Allerheiligen aufleben
Sterben heb' ich mir zuletzt auf

Musikalisch umrahmten Adelheid und Andreas Schlosser den Vortragsabend von Heimatpfleger Josef Schmaußer rund um das Sterben. Bild: hfz
"Glücklich g'lebt und selig g'storbn" - was darunter zu verstehen ist, erläuterte Heimatpfleger Josef Schmaußer in einem kurzweiligen Vortrag im Pfarrheim Etsdorf. Dabei ging es um Bräuche rund um Allerheiligen.

Die Allerheiligenspitzel erinnerten an die armen Seelen, erläuterte der Referent. Es habe der Glaube geherrscht, dass man mit großzügigen Almosenvergaben an Arme und Schwache den eigenen, verstorbenen Verwandten ein paar Stufen zum Himmel bauen könne. Noch heute bekämen die Kinder vom Paten ein Allerheiligenspitzel und zur Hochzeit den Spießwecken.

Außerdem wusste Schmaußer viel darüber zu erzählen, wie es war, wenn früher jemand verstarb. So hätten meist Frauen die Nachricht vom Tod zu den Verwandten gebracht, weil es noch keine Zeitung gab. Sie mussten dafür oft weite Wege gehen und wurden meist in Naturalien bezahlt.

Josef Schmaußer erklärte auch, woher die Redewendung "der ist auch schon vom Brettl g'rutscht" kommt. Früher habe es sogenannte Ausschütt-Truhen gegeben. Diese seien Vorläufer von Särgen gewesen, die im Eigentum der Kirche standen und für Bestattungen leihweise überlassen wurden. Der Deckel dieser Truhen hing in Angeln. Am Grab wurde er aufgeschlagen und die Leiche ins Grab geschüttet, man ließ den Toten in die Grube rutschen.

Interessant waren auch einige Sterbebilder, die der Heimatpfleger aus seiner Sammlung zeigte. Mit dem Spruch "das Sterben heb' ich mir zuletzt auf", beendete er den Abend. In der Pause bot der Pfarrgemeinderat hausgemachte Erdäpflsuppn und Heffaknela an.
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