Heimatverein bangt um Zukunft

Der Heimatverein Unteres Vilstal steht vor einer schwierigen Situation. Die Kirwaleit haben ihren Austritt angekündigt und auch der Tennisclub denkt über einen Rückzug nach.

(sön) Vor diesem Hintergrund verhehlte Vorsitzender Hubert Haas bei der Jahreshauptversammlung in der Pension Rundblick nicht, dass er "im kommenden Jahr nicht mehr zum Vorsitzenden kandidieren wird". Er wolle sich auf seine originären Interessen, die heimatkundliche Arbeit, konzentrieren. Die Debatte hatte sich durch den beabsichtigten Austritt der Kirwaleit und eventuell auch des Tennisclubs entzündet.

Ehrenvorsitzender Adolf Fleischmann sprach energisch gegen einen solchen Schritt des TC, musste von Spartenleiter Helmut Bauer aber hören, dass "viele TCler gar nicht wissen, dass sie zum Heimatverein gehören". Haas warnte: "Der Heimatverein kann bleiben wie er ist - aber wer wird für einen neuen Vorstand kandidieren, nachdem auch Vize Manfred Fleischmann und Kassier Hans Hofrichter nicht mehr zur Verfügung stehen werden?"

Noch 327 Mitglieder

In seinem Rückblick auf die Aktivitäten des derzeit noch 327 Mitglieder zählenden Vereins erinnerte der Vorsitzende an die Schlossbergandacht, die Teilnahme am Ferienprogramm mit Geocaching, das Klettern am Holzfelsen und das Aufstellen des Christbaums am Marktplatz.

Zu der von ihm organisierten Ausstellung "100 Jahre Erster Weltkrieg" mit Vortrag des Volksbunds Deutscher Kriegsgräberfürsorge und Lesung aus Feldpostbriefen bedauerte er, dass "unter den rund 400 Gästen nur wenige Einheimische zu sehen waren". Sehr gut besucht dagegen war nach seinen Worten die Stodlweihnacht im Rösslwirtsstadl, während wiederum die heimatkundlichen Abende mit Josef Schmaußer mehr Resonanz verdient hätten.

Einen positiven Kassenstand meldete Johann Hofrichter. Eine einwandfreie Führung der Finanzen bescheinigten ihm die Prüfer. Aus der Sparte Tennis im Heimatverein berichtete Helmut Bauer von obligatorischen Vereinsmeisterschaften und Schnuppertagen, bedauerte aber, "dass sich unsere erfolgreiche Damenmannschaft, die aus dem Jugendbereich herauswuchs, leider auflöste". Der Mitgliederstand werde dennoch gehalten; der Mannschaftsbetrieb sei aber rückläufig, Ähnliches gelte für gesellschaftliche Aktivitäten. Zwar erhielten derzeit 27 Nachwuchsspieler durch Jugendleiter Michaela Hetzenecker und Andreas Söldner ein gutes Angebot, "aber die Tendenz zeigt nach unten, die Jugendlichen werden weniger".

Für die Goaslandler blickte Marion Fleischmann auf eine erfolgreiche Theatersaison zurück. Sie kündigte an, dass die Stodl-Gaudi im Hirschenwirts-Stodl im zweijährigen Turnus, also wieder 2016, stattfinden soll. Über elf Schützen, darunter drei Frauen, berichtete Hubert Haas von den Böllerschützen. Er ließ kurz die Auftritte der Truppe einschließlich der Teilnahme am Nordbayerischen Böllerschützentreffen in Niedermurach Revue passieren.

2. Bürgermeister appelliert

"Der Heimatverein steht für kulturelle Veranstaltungen in Rieden", betonte 2. Bürgermeister Josef Weinfurtner. "Schiebt an und macht weiter, die Marktgemeinde wird Euch unterstützen", wünschte er vor dem aktuellen Hintergrund "viel Kraft für die Zukunft".
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