Heimspiel für die Mooreiche

Zuletzt waren sie viel im öffentlichen Raum und bei Ausstellungen auswärts unterwegs. Jetzt haben Hanna Regina Uber und Robert Diem einmal wieder ein künstlerisches Heimspiel, bei einer Ausstellung in ihren eigenen Galerie-Räumen im alten Aschacher Pfarrhof. Bild: Steinbacher

Manchmal dauert es einfach ein bisschen länger. Das wunderbare, knorrige Stück Mooreiche hatte Hanna Regina Uber ganze 18 Jahre in ihrem Lager liegen. Jetzt ist aus dem betagten Stück Natur ein neues Stück Kunst geworden.

Die Mooreichen-Figur ist eine der Arbeiten, die die Aschacher Künstlerin und ihr Mann und Kollege Robert Diem von Freitag bis Sonntag, 21. bis 30. November, bei ihren Galerie- und Ateliertagen im Kunstprojekt in Aschach zeigen.

Dort hat das Paar schon länger nicht mehr ausgestellt: Fünf Jahre liegt die letzte Werkschau im eigenen Atelier inzwischen zurück - eine Reihe von Projekten im öffentlichen Raum sowie die Beteiligung an Ausstellungen außerhalb hatten zu wenig Zeit dafür gelassen. Diese Zeit nehmen sich die beiden jetzt aber wieder ganz bewusst. Obwohl sie von Dienstag, 2., bis Dienstag, 23. Dezember, schon die nächste Ausstellung als Gäste einer Galerie in Zürich auf die Beine stellen.

Aus der Schublade

Zu Hause, in ihren eigenen Räumen im Aschacher Kunstprojekt, präsentieren Uber und Diem vorher neue Arbeiten. Die Ideen dazu sind nicht immer ganz neu, verrät Hanna Regina Uber: Einige der Objekte hatten ihren Ursprung schon vor längerer Zeit in Zeichnungen. Die fertigt Uber gerne an, um Ideen festzuhalten, die sie nicht gleich umsetzt. Oftmals wandern diese Skizzen dann erst einmal in die Schublade, werden danach durchaus immer wieder einmal herausgeholt und auch wieder weggelegt. "Und dann wollen sie auf einmal gemacht werden", so beschreibt Uber den häufig auch für sie überraschenden Weg von der Skizze zum Objekt.

Das jüngste Beispiel dafür ist eine dreiteilige Serie, die in der Ausstellung zu sehen ist. Uber und Diem haben dabei mit ihrem Lieblingsmaterial gearbeitet - Bronze. Die scheint sich diesmal unter Wasser zu begeben: Tatsächlich erinnert eine der Figuren irgendwie an einen Taucher, die beiden anderen Objekte an Algen. "Vielleicht ein Wasserfächer?", assoziiert Uber spontan - und überlässt es dann doch dem Betrachter, was er darin erkennen will. Die Figur, die der Mooreiche entwachsen ist, wirkt ein bisschen afrikanisch. "Vielleicht auch nicht", fügt Uber augenzwinkernd hinzu und lässt damit auch hier Spielraum für eigene Interpretationen.

Nadel trifft Alu

Zu eher klassischen Materialien wie Holz und Bronze gesellen sich ausgefallenere. Die Kombination aus Stecknadeln und Alu-Folie hat Uber jüngst besonders fasziniert. Entstanden sind farbstarke Monotypien auf Alu-Folie, die durch die Stecknadeln eine zusätzliche Ebene bekommen, dreidimensional werden.

Sie spüren teilweise erkennbar gegenständlich dem Menschen nach, reduzieren ihn dabei zum Beispiel auf einen Konsumenten, teilweise sind sie aber auch eher abstrakt, mit einem offenen Blick in die Tiefe, ohne diese näher festzulegen. "Es soll einfach Spielraum bleiben für die individuelle Wahrnehmung", kommentiert Uber.
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