Heiß auf weiteren Coup

Jonas Folger genießt den Triumph nach seinem Sieg im ersten Rennen der Motorradsaison. Der 21-Jährige könnte vor einem großen Rennjahr stehen. Bild: dpa

Mit seinem Auftaktsieg in der Motorrad-Weltmeisterschaft hat Jonas Folger für Aufsehen gesorgt. Dass das Talent aber schon reif für einen Titel ist, muss es erst beweisen.

Den ersten echten Sieger-Schampus gab es erst über den Wolken. Nachdem Jonas Folger auf dem Podest noch alkoholfreien Sekt verspritzen musste, gönnte sich der Bayer auf dem Rückflug aus Doha im Flugzeug ein Glas. Zum Schlafen kam der Youngster ohnehin kaum, denn der völlig überraschende Sieg im ersten Rennen der Moto2-Klasse der neuen Motorrad-WM-Saison hatte ihn zu sehr aufgewühlt.

"In meinem Glücksgefühl würde ich am liebsten sofort nach Austin gehen und gleich das nächste Rennen fahren", meinte Folger glückselig. In zwei Wochen im texanischen Austin ist er nun der Gejagte. "Wegen des Sieges ist die Motivation noch größer geworden und natürlich möchten wir diese Form unbedingt beibehalten. Aber nach diesem langen und anstrengenden Wochenende tut eine kurze Pause bestimmt gut", meinte er.

Immer wieder schüttelte Folger nach seinem Sieg in Doha den Kopf. Er selbst hatte geglaubt, beim Saisonauftakt noch nicht so weit zu sein, um ganz vorne mitfahren zu können. Doch sein Können und die Fehler der Konkurrenz brachten ihn auf die Siegerstraße. "Meine wirkliche Stärke war die Konstanz, aber auch das Motorrad hat einwandfrei funktioniert", berichtete Folger, der seit anderthalb Jahren in Spanien wegen der besseren Trainingsbedingungen lebt.

Mit dem Reifenverschleiß habe er gut umgehen können und zum Schluss "sehr sanft Gas gegeben", ergänzte er. Und tatsächlich: Bis auf drei Runden fuhr Folger als Einziger im Feld kontinuierliche Zeiten, die sich nur um wenige Zehntel unterschieden. Mit diesem Rhythmus legte er den Grundstein. Sollte das ein neues Markenzeichen von Folger werden, dann könnte er wirklich ein heißer Kandidat auf den Gewinn der Weltmeisterschaft werden, wie einige Experten nach dem Erfolg bereits voraussagten.

Folger gilt als talentiertester deutscher Pilot. Doch ob er mit seinen jungen Jahren wirklich schon soweit ist, um Stefan Bradl nachzueifern, der in diesem Alter Moto2-Champion wurde, muss sich erst zeigen. Denn auf ein Hoch folgte bei dem Kalex-Piloten aus Schwindegg auch immer wieder ein ausgeprägtes Tief.

Der 21-Jährige haderte in der Vergangenheit zu oft mit sich, wenn es nicht wie gewünscht lief. Und überzog dann im nächsten Rennen. Vielleicht aber hat Folger die richtigen Lehren aus der Vergangenheit gezogen. Mit der gebotenen Konzentration und Motivation sollten seinem ersten Moto2-Sieg durchaus noch weitere folgen.
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