Heißer Gig mit "William's Orbit"

Der Schweiß floss in Strömen. Gemeinsam mit dem Publikum gaben "William's Orbit" am Schafferhof alles.

Neuhaus. (prh) Es war eine mehr als gelungene Release-Party, die Senkrechtstarter "William's Orbit" mit ihren begeisterten Fans in der ausverkauften Schafferhof-Tenne feierten. Am selben Tag stand "Eurydice", die Debüt-EP der Band, erstmals weltweit zum Download aus dem Internet bereit. Wenn das kein Grund zum Feiern ist.

Die überwiegend jungen Fans mussten sich allerdings erst einmal in Geduld üben. Zunächst standen die Supporter "Waste" aus Bayreuth auf der Bühne. Deren Auftritt hatte es in sich. Die vier Musiker servierten eine gelungene Mischung kraftvoller, dynamischer Popmusik, geschliffen durch unzählige Club-Gigs, Festival-Shows und Guerillaperformances quer durch die Bundesrepublik und darüber hinaus, in acht Jahren ihres Bestehens. Harter Rock mischte sich mit Funk- und Ska-Elementen. Ihre Musik, die sie energiegeladen performten, kam ausgesprochen groovig daher. Ihr gut 45-minütiger Auftritt hinterließ beim Publikum so großen Eindruck, dass dieses spontan eine Zugabe forderte und in der irren Rock-Ska-Walzer-Mischung "Mindtrick" auch bekam.

Auf Umlaufbahn

Dann hatte die Zeit des Wartens ein Ende. Nach einigen Soundeinstellungen betraten "William's Orbit", die Senkrechtstarter und Lokalmatadoren aus Weiden und Umgebung, unter viel Nebel die Bühne. "Leave it all behind", lass alles hinter dir, vergiss alles und steig auf in die musikalische Umlaufbahn von Siegfried Häusler (Sänger und Gitarrist), Michael Siegel (Gitarre, Gesang), Lukas Höllerer (Bass, Gesang), Christian Gold (Keyboard, Gesang) und Bastian Holl (Schlagzeug).

Mit kräftigen rockigen Beats gaben die fünf Musiker die Marschrichtung vor: Satter, eigens entwickelter kraftvoller Indie-Rock mit eingängigen Arrangements. Spätestens nach der zweiten Nummer ihres Debüt-Albums "Eurydice", "Take your Time", das sie kürzlich auch in ein aufwendiges Video gewandeten, kamen nicht nur die Jungs auf der Bühne gewaltig ins Schwitzen.

Die nebulöse Luft war heiß und stickig, was der angeschlagenen Stimme von Frontmann Häusler sicherlich nicht förderlich war. Aber er schlug sich tapfer, auch wenn das ganz besondere Charisma, das seine Reibeisenstimme umgibt, bei manchen Passagen nicht so zur Geltung kam wie gewohnt.

Die Musiker gönnten sich kaum Verschnaufpausen. Treibende Bassläufe, harte Gitarrenriffs, dynamische Keyboard-Klänge und präzises Drum-Gewitter prägen den Orbit-Sound. Für etwas Abkühlung sorgte "Navigator of love", bei dem Höllerer zur Akustikgitarre griff. Voll ab ging es aber anschließend gleich wieder bei der rockigen Version von "Kingdom" und dem irisch angehauchten "Searching".

Dass die Jungs auch immer wieder für Überraschungen gut sind, zeigten sie durch die Präsentation zweier neuer Songs, "See the love", der vor einigen Wochen entstanden ist, und der hitverdächtigen Uraufführung von "Once in my Livetime". "Das Stück wurde am Vortag erstmals ausprobiert", kommentierte Häusler. Das Publikum ging bei den gut ausgewählten Stücken voll ab. Nach 13 davon war erst einmal Schluss. Die Fans wollten sich damit aber nicht begnügen und forderten stürmisch Zugabe. Bei der legte sich Häusler mit seiner Stimme bei "Lullaby" noch einmal voll ins Zeug.

"Sweet Luise" zum Schluss

Den furiosen Schlusspunkt unter eine überaus gelungene Vorstellung der fünf Oberpfälzer, die trotz allen Hypes um die Band auf dem Boden geblieben sind, setzte "Sweet Luise". Einmal mehr wurde deutlich, dass "William's Orbit" auch das Zeug zu einem internationalen Durchbruch hätten.
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