Helmut Graf eröffnet in Lengenfeld die erste Milchtankstelle im Landkreis - inklusive ...
Fröhliche Urständ für die Milchkannl

Pfarrer Wolfgang Bauer bat um Gottes Segen für das "interessante Werk" Milchtankstelle. Und Helmut Graf (rechts daneben) nutzte die hochoffizielle Gelegenheit, um seiner Susi (rechts) einen überraschenden Heiratsantrag zu machen. Bild: e

Die gute alte Milchkannl - jetzt könnte sie fröhliche Urständ feiern an der ersten Milchtankstelle im Landkreis, die am Montag in Lengenfeld eröffnet wurde. Ohne Milchkanne geht es auch: ein Euro rein, Klappe auf, Druck auf den Knopf, die Flaschen werden gefüllt. Die gibt's praktischerweise gleich in der Milchtankstelle.

Und so steht einem Trinkgenuss von frischer, unbehandelter Milch, direkt und ohne Umwege vom Erzeuger, rund um die Uhr, nichts mehr im Wege. Nur wenige Meter liegen bei der Milchtankstelle von Helmut Graf zwischen der Kuh und dem Verkaufsautomaten im schmucken Holzhäuschen. Graf sieht das Ganze als effektive landwirtschaftliche Selbstvermarktung, ein wichtiges Standbein für kleine und mittlere Höfe. Mut, unternehmerisches Geschick, viel Arbeit, Risikobereitschaft und etwa 20 000 Euro, die man investieren kann, braucht man allerdings schon, wenn man wie Graf mit einem solchen Novum aufwarten will.

"Mögen Sie sehr geplagt sein mit dem Nachfüllen der Tanks", wünschte Willibald Götz, der Leiter des Landwirtschaftsamtes Amberg, beim offiziellen Eröffnungsakt. Graf könne jetzt "ein Lebensmittel anbieten, das sonst nicht zu bekommen ist", vor allem nicht in dieser Qualität. Graf meinte, angesichts des eklatant niedrigen Milchpreises sei die Direktvermarktung eine gute Möglichkeit, die Wertschöpfung selbst zu nutzen. Auch Stefan Schönberger, stellvertretender BBV-Ortsobmann in Kümmersbruck, sprach vom "direkten Weg vom Stall zum Verbraucher".

Bürgermeister Roland Strehl nannte die Milchtankstelle ein Alleinstellungsmerkmal. Ihr Bau sei sicher ein gewisses Risiko gewesen. Er verglich das mit dem neuen Hallenbad: "Noch geht's etwas zäh, dass die Leute reinkommen. Eventuell wird es da auch so." Das Interesse der Lengenfelder an der Einweihung zeigte allerdings in die andere Richtung. Sie kamen zahlreich. Die Mädchen und Buben der Kita Arche Noah sangen für Graf sogar ein Lied.
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