Herbergssuche einst und heute

Jahr für Jahr freuen sich die Senioren der Gemeinde Etzelwang über die Einladung zu einem Adventsnachmittag. Dieses Mal bot sich ihnen die Gelegenheit, Bürgermeister Roman Berr zum Geburtstag zu gratulieren. Ihn beschäftigten noch die Ereignisse im nahen Vorra.

Im Saal des Gasthofs Dorn ebbte das Stimmengewirr der älteren Gäste ab, als sich die kleine Blockflötengruppe von Heide Burkhart aufstellte. Vier Mädchen und ihre Leiterin schufen eine andächtige Stimmung beim "Ansagen des Advents" und weiteren Weihnachtsliedern. Leben kam wieder in die Bude, als Heide den Geburtstag von Bürgermeister Roman Berr "verriet" und mit allen im Saal ein "Happy birthday" für ihn anstimmte.

Vier Kerzen mit Namen

Zurück zum Advent führte die Geschichte der vier Kerzen namens Friede, Glaube, Liebe und Hoffnung. Ihre Unterhaltung trug Luca Berr vor. Als die ersten drei mangels menschlicher Zuwendung erloschen, kam ein Kind, zündete die Hoffnungskerze an und mit ihr dann auch die anderen Kerzen. Ihr Licht verkündete die Ankunft des Herrn.

Der Bürgermeister erinnerte an die Herbergssuche. Sie zeige eine abwartende Haltung oder gar Ablehnung gegenüber der heiligen Familie. Flüchtlingen aus den Krisen- und Kriegsgebieten ergehe es heute ähnlich. "Wir leben in Wohlstand, und dennoch gibt es Menschen, die zünden die Unterkünfte für die Hilfesuchenden an. Es ist beschämend für unsere Gesellschaft", kommentierte Berr die Brandanschläge in Vorra.

Ein zuversichtliches Zeichen setze der Beschluss des Etzelwanger Gemeinderats, eine Unterkunft für Flüchtlinge herzurichten. Stolz sei er auf die Spenden aus der Bevölkerung für Einrichtung und Ausstattung: "Bei der älteren Generation ist immer noch die Erinnerung wach an die Aufnahme der Vertriebenen nach dem Krieg, die in der gleichen Lage waren. Sie wurden aufgenommen und belohnten dies mit Freundschaft."

Nach dem Gedicht "Schlagt Brücken" mit Luca Berr erzählte Gemeindereferentin Angelika Gleiß von der katholischen Kirchengemeinde die Geschichte eines freundlichen Volkes, das seine guten Eigenschaften auf dem Licht der Kerzen aufbaute. Als jemand dagegen opponierte, kehrte Dunkelheit ein. Ein Eigenbrötler entzündete wieder ein Licht und wies den Weg zurück in die frühere Zeit. Die Botschaft: Der Mensch kann sich zum Besseren ändern und zum Licht für andere werden.

Auftritt des Männerchors

Zur Kaffeepause servierten die Frauen des Gemeinderats selbst gebackene Kuchen. Die Gespräche nahmen wieder ihren Lauf, bis der Chor des Männergesangvereins Etzelwang seinen Auftritt gab. Marco Brunner leitete die Sänger bei alten und modernen Weihnachtweisen sowie gängigen Volksliedern.
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