Hermann beleuchtet bei Reservisten Naryschkin-Interview
Südtirol für Ukraine

Die Russen glauben an das Modell Südtirol. Dessen Autonomie könnte der Schlüssel sein, um den Krieg in der Ostukraine zu beenden und dem Donezbecken dauerhaft Frieden zu bescheren. Entsprechende Äußerungen dazu kommen von Sergei Naryschkin, dem Präsidenten des russischen Parlaments.

Erneut befasste sich die Reservistenkameradschaft mit dem Geschehen in Ländern der ehemaligen UdSSR. Im vergangenen Herbst waren die baltischen Staaten das Thema. Deren Situation übertrug Walther Hermann in der Monatsversammlung auf die Ukraine. Ihr westlicher Teil um Lemberg habe bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zum Kaiserreich Österreich-Ungarn gehört, der östliche Teil bis in die 1950er Jahre zum Russischen Reich beziehungsweise zur Sowjetunion.

Der Unwillen der Ostukraine gegen die Regierung in Kiew sei unter anderem dadurch entstanden, dass dort Ukrainisch zur offiziellen Landessprache erklärt wurde. Hermann nannte Naryschkin die Nummer drei in der Hierarchie der Russischen Föderation. Dieser habe nun dem staatlichen italienischen TV-Sender RAI News 24 ein Interview über den bewaffneten Konflikt in der Ostukraine gegeben. Darin sei er mit dem Westen hart ins Gericht gegangen. Den Amerikanern habe er vorgeworfen, dass es ihnen überhaupt nicht um die Ukraine gehe. Sie wollten lediglich das geopolitische Gleichgewicht zu ihren Gunsten verschieben. Die Rolle Europas in dieser Auseinandersetzung zwischen Ost und West sah der Parlamentspräsident in der eines willfährigen Komparsen.

Als bemerkenswert bezeichnete Hermann die versöhnlichen Töne, die Naryschkin zum Ende des Interviews anschlägt. Er traf die für Südtirol interessante Aussage: "Ihr habt in Europa doch unzählige Beispiele von Regionen mit Sonderstatut. Sehen Sie sich das Beispiel Südtirol bei Ihnen in Italien an: Wir sind davon überzeugt, dass man auf diesen Prinzipien den ukrainischen Staat aufbauen kann."
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