Hermann Schraml: Jeder für Frieden mit verantwortlich
Vergessen gefährlich

"Der größte Wunsche eines jeden Menschen ist ein Leben in Frieden", betonte Hermann Schraml beim Totengedenken am Kriegerdenkmal. Laut dem zweiten Bürgermeister erinnert der Volkstrauertag daran, "dass wir uns unserer Verantwortung stellen müssen". Das Schaffen, Bewahren und Verteidigen des Friedens auf der Welt sei die höchste Kunst der Politik.

Doch auch jeder Einzelne müsse sich einbringen, "und sei es nur mit Toleranz und Offenheit gegenüber denen, die als Asylbewerber zu uns kommen", forderte Schraml. Für die Toten aller Kriege, die Opfer der Gewaltherrschaft und die im Dienst für die Freiheit gestorbenen Bundeswehrsoldaten legte er einen Kranz nieder. Zu Beginn hatte Josef Zaglmann mit dem Kemnather Kirchenchor den "Irischen Segenswunsch" angestimmt. Nach dem Lied vom "guten Kameraden" der Blaskapelle "Strammer Max" dankte Helmut Zehfuß von der Krieger- und Soldatenkameradschaft bei allen Beteiligten für die würdige Gestaltung der Feier.

Zuvor hatte Stadtpfarrer Konrad Amschl in der Filialkirche einen Gedenkgottesdienst zelebriert. Mit Chorsätzen aus der Deutschen Liturgischen Messe gestaltete der Kirchenchor die Messe. In seiner Predigt ging der Geistliche mit der heutigen Spaßgesellschaft, die sich nicht mehr an die Opfer der Weltkriege erinnern wolle, scharf ins Gericht. Der Volkstrauertag werde zum Verkaufstag degradiert, mancher Tote kostengünstig entsorgt. Traditionen und Gebräuche gerieten in Vergessenheit. Doch im Vergessen liege eine große Gefahr. "Geschichtsverlust führt unweigerlich zu Gesichtsverlust."

Die vielen Kriegsopfer seien sinnlos gewesen, wenn sie einfach übergangen werden und man sich heute nicht für Frieden und Gerechtigkeit einsetze. "Am heutigen Volkstrauertag setzen wir ein Zeichen für das Positive und den Frieden", schloss er seine bewegende Ansprache.
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