Heute vor 70 Jahren brannte Achtel zum Großteil nieder
Der schwärzeste Tag

Phosphorgranaten schlugen in Achtel ein und verbreiteten Feuer. Vielfach blieben nur die Giebel der Häuser übrig. Bild: Archiv be
Der Sonnenaufgang am 21. April 1945 verhieß den Achtlern einen herrlichen Frühlingstag. Doch es sollte der schwärzeste Tag in der Geschichte des Dorfs im Hirschbachtal werden.

Eine starke deutsche Abwehrfront stand von der Regnitz entlang der Pegnitz bis hinauf zur gleichnamigen Stadt in Oberfranken. Sie sollte Nürnberg, die Stadt der Reichsparteitage, schützen. Drei Tage hielt sie den Angriffen der 3. amerikanischen Armee stand; dann setzte sich deren Übermacht durch. Das Kommando auf deutscher Seite hatte SS-Hauptsturmführer Wagner. Sein Befehlsstand war das Forsthaus Rinnenbrunn, auf halbem Wege zwischen Achtel und Bärnhof.

Um 9 Uhr begann in diesem Gebiet eine militärische Auseinandersetzung mit Panzern und Artillerie-Unterstützung. Gegen Mittag war das Meiste vorbei. Drei Viertel der Ortschaft Achtel gab es danach nicht mehr. 21 Wohnhäuser, teils mit angebauten oder integrierten Großviehställen, 26 Scheunen, eine etwa gleiche Anzahl von Kleinviehställen, etliche Schuppen und Nebengebäude fielen dem Beschuss zum Opfer.

Die Einwohner hatten, als der Kampflärm begann, fluchtartig ihre Häuser verlassen; oft nur mit dem, was sie am Leib trugen. In umliegenden Wäldern, Felsenhöhlen und Kellern suchten sie Schutz vor den Phosphorgranaten, die sofort Feuer verbreiteten. Groß- und noch viel mehr Kleinvieh verbrannte oder erstickte qualvoll in seinen Ställen. Einigen Tieren öffneten Männer noch rechtzeitig die Tür ins Freie. Ihre Halter fingen sie später ein. Aber wo war ihr Stall?
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